Myanmar

Schwedischer Katastrophenschutz in Myanmar im Einsatz

In dem China benachbarten Myanmar haben sich die Militärmachthaber nach einer Woche unverzeihlichen Zögerns nun endlich dazu durchgerungen, Helfer und größere Mengen Hilfsgüter in das von einem Wirbelsturm verwüstete Land zu lassen. Ein erstes schwedisches Frachtflugzeug brachte Spezialisten des Katastrophenschutzamtes und Notunterkünfte in die Region.

In Schweden hat man seit Bekanntwerden der Zyklon-Katastrophe ungeduldig darauf gewartet, den notleidenden Menschen Beistand leisten zu können. In der vergangenen Woche flogen bereits leitende Mitarbeiter des Katastrophenschutzes nach Thailand, um die erhoffte Hilfsaktion von dort aus logistisch vorzubereiten. Als die burmesischen Generäle schließlich grünes Licht gaben, startete sofort eine Frachtmaschine mit einer Ladung Zelte nach Rangun. An Bord war auch eine kleine Schar schwedischer Helfer, die zunächst für eine Woche Visa erhalten haben. Sofia Albrektsson gehört zu der Gruppe. Sie schätzt die Bedingungen des Einsatzes realistisch ein:

„Man hat oft das Gefühl, dass man mehr tun könnte und sollte. Aber das hier ist ein guter Beginn. Wir wissen noch nicht, wieviele andere Organisationen gleiche Hilfsgüter schicken wie wir. Deshalb ist es gut, dass wir uns an Ort und Stelle ein Bild machen können, damit nicht alle Länder die gleiche Art von Hilfe schicken, sondern dass man entsprechend den Bedürfnissen Hilfe leistet: Mit Lebensmitteln, Wasser, Unterkünften, Kleidung und Medikamenten.“

Wie bei allen anderen Hilfsorganisationen gab es auch beim schwedischen Katastrophenschutz nur Unverständnis für die Art, wie sich die Militärjunta dagegen gesträubt hat, die von den betroffenen Menschen herbeigesehnte Hilfe aus dem Ausland anzunehmen. Ohne Zweifel hat das buchstäblich destruktive Verhalten der Generäle die Zahl der Opfer noch erhöht. Für Sofia Albrektsson und ihre Kollegen kommt es nun darauf an, endlich konkret helfen zu können:

„Wir richten unser Augenmerk auf den humanitären Aspekt des Ganzen. Wir sehen ein Volk, das unerhört leidet, und wir sind gekommen, um zu helfen, so gut wir können.“

Diese Entschlossenheit der schwedischen Helfer teilen Kollegen aus vielen anderen Ländern. Die verzweifelten Menschen in den verwüsteten Regionen des südostasiatischen Landes dürfen also auf breite internationale Unterstützung hoffen.

Die burmesischen Generäle aber müssen sich fragen lassen: Warum erst jetzt?

Klaus Heilbronner

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