Sagt Schwerkriminalität den Kampf an: Bengt Svenson

Neuer Polizeichef: "Kein schwedisches FBI"

Die Schwerstkriminalität ist in den letzten Jahren in Schweden stark angestiegen. Immer mehr mafiaähnliche Gruppierungen gehen immer dreister zu Werke. In jüngerer Zeit machten sie mit Angriffen auf die Staatsmacht von sich reden, so mit einem Bombenattentat gegen das Haus einer Staatsanwältin und dem Beschuss von Polizeirevieren. Wie will Schweden dieser Probleme Herr werden? Dies war eine der ersten Fragen, die an Bengt Svenson gerichtet wurden, den neuen, am Dienstag von der Regierung ernannten Landespolizeichef.

Svensons Antwort: Eine schwedische Entsprechung zum amerikanischen FBI, mehrfach im Gespräch in den letzten Monaten, will er jedenfalls nicht schaffen. Sein Ziel stattdessen: die Stärkung von „Rikskriminalen”, der Landespolizeibehörde. ”Wir haben schon heute eine übergreifende Organisation, die Landespolizeibehörde. Und ich bin der Meinung, in diesen bereits befindlichen Teil unserer Organisation sollten wir investieren. Denn eins steht fest: Bei der Bekämpfung der organisierten Kriminalität brauchen wir bessere Resultate.”

Um die organisierte Kriminalität anzugreifen und um schwere Mordfälle aufzuklären, will Svensson die Zusammenarbeit der Polizeibehörden in den verschiedenen Landesteilen verstärken. Doch unter der gröβeren Aufmerksamkeit für die schwersten Fälle soll die Bekämpfung der Alltagskriminalität nicht leiden. Hier schwebt dem neuen Landespolizeichef unter anderem ein moderneres Computersystem vor, mit dessen Hilfe Polizisten direkt vom Tatort rapportieren können statt wie derzeit erst ins Polizeirevier fahren zu müssen.

Seit den Achtzigerjahren hat Bengt Svesson als Polizist in verschiedenen Funktionen gearbeitet. Unter anderem leitete er den Einsatz zur Festnahme der Täter nach dem Polizistenmord in Malexander 1999, den bisher gröβten Polizeieinsatz in der schwedischen Geschichte. Diese Erfahrung bei der operativen Einsatzleitung wog schwer, als die Regierung einen neuen Polizeichef ausersehen musste, sagt Justizministerin Beatrice Ask:

”Professionell und gut geeignet für die Polizeiarbeit in breiten Bereichen zu sein bedeutet auch, Bescheid zu wissen über Probleme und Sorgen der Menschen. Auβerdem hat Bengt Svenson in seiner Führungsrolle eine beeindruckende Art, die Mitarbeiter zu respektieren, und sie zu motivieren, ihrerseits den Menschen besser zuzuhören und sich noch engagierter in den Dienst der Mitbürger zu stellen. So muss die Polizei sein.”

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