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Immer teurer: Lebensmittel
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Lebensmittelpreise beeinflussen schwedisches Schulessen

Die weltweit steigenden Preise für Lebensmittel wirken sich auch auf die schwedische Schulspeisung aus. 2006 gaben die schwedischen Gemeinden im Durchschnitt umgerechnet 65 Cent pro Portion aus. Aber allein im vergangenen Jahr sind die Lebensmittelpreise um mehr als 10 Prozent gestiegen. Entweder müssen die Gemeinden mehr Geld zuschießen, oder sie müssen Abstriche beim Schüleressen machen. Annika Unt Widell von der Interessenorganisation „Skolmatens vänner”, Freunde des Schulessens, ist beunruhigt:

„Die Preissteigerung ist ja sehr groß, wenn man bedenkt, wie wenig eine Portion kosten darf. Wenn da nicht mehr Geld bereitgestellt wird, kann man die bisherige Qualität nicht aufrechterhalten. Wir untersuchen die Auswirkungen zurzeit.”

Was in den Schulen serviert wird und wie viel die Mahlzeit kosten darf, entscheiden die jeweiligen Gemeinden. Das tägliche Mittagessen in der Schule ist gesetzlich verankert und bis muss bis zur neunten Klasse kostenlos sein. Seit den dreißiger Jahren wird es verfährt man nach dem Gratis-Prinzip, um Chancengleichheit in Bezug auf richtige Ernährung zu garantieren. Niemand soll benachteiligt sein, weil die Eltern voll berufstätig sind oder daheim gespart werden muss - so der Grundgedanke. Eltern und Lehrer rechnen fest mit der Schulspeisung, denn dass ein leerer Bauch nicht gern studiert, haben zahlreiche Untersuchungen bewiesen.

Noch weiß die Interesseorganisation Skolmatens Vänner nicht, wie die Kommunalpolitiker auf die steigenden Lebensmittelpreise reagieren. Annika Unt Widell fordert schnellstens deutliche Richtlinien für die Schulküchen.

„Die Verantwortlichen wissen nicht, welche Qualität die Gemeinden vom Schulessen erwarten. Es kann ja passieren, dass es heißt: ‚zehnprozentige Einsparungen sind doch wohl nicht so gravierend’! Aber in der Realität kann das bedeuten, dass ein Fleischgericht pro Woche wegfällt, oder dass keine Milch mehr ausgegeben wird, oder dass das Essen dann aus der Fernküche kommt. Die Kostverantwortlichen brauchen politische Direktiven um richtig zu reagieren.”

Kerstin Storck ist in der Gemeinde Staffanstorp für die Schulspeisung verantwortlich. Sie hat gerade festgestellt, dass das erste Quartal 2008 einige zigtausend Euro mehr gekostet hat, als vorgesehen.

„Ich hab eine bestimmte Summe zur Verfügung, und wenn die nicht reicht, dann muss ich einen Dialog mit den Politikern führen und fragen, wie sie das ausgleichen wollen. Zum Beispiel indem wir mehr Geld pro Portion veranschlagen oder indem wir noch mehr rationalisieren, oder indem wir den Speisezettel ändern. Eigentlich gibt es nichts mehr zu rationalisieren, möglicherweise können wir noch bei den Aushilfen etwas sparen.”

Veränderungen des Speiseplans könnten Qualitätseinbussen für die Schüler bedeuten, befürchtet Kerstin Storck.

„Heute servieren wir zum Beispiel ausschließlich Fleisch und Geflügel aus Schweden. Ein Mal pro Woche gibt es Fisch. Wir versuchen auch alternative Gerichte anzubieten. Aber darauf müssen wir möglicherweise verzichten.”

Annika Unt Widell von Skolmatens vänner sieht schon vor sich, dass die Schulen das Essen „verlängern” müssen. Also mehr eiweißreiche Hülsenfrüchte - Bohnen und Linsen - anstatt Fleisch auszugeben Aber die Fleischportionen für die Schüler seien ohnehin schon zu klein für Heranwachsende, meint sie.

„Man muss ja auch sehen, wovon wir jetzt ausgehen, wenn wir jetzt den Rotstift ansetzen. Für 65 Cent pro Portion bekommt man nicht viel Fleisch. Da noch zu sparen ist meines Erachtens nicht möglich.”

Die Verantwortliche für das Schulessen in Staffanstorp, Kerstin Storck, teilt diese Ansicht nicht, obgleich ihr Budget ja bereits ein Defizit aufweist.

„Ich glaube, wir essen ohnehin zu viel Protein. Wenn man sparen will ist es sicher besser, statt Fleisch mehr ökologisch angebautes Gemüse in den Topf zu tun. Vom gesundheitlichen Standpunkt aus brauchen wir gar nicht so viel Fleisch wie wir zu uns nehmen.”

Wesentlich beunruhigter ist Storck allerdings über ein Regierungsziel für die Schulspeisung: Im Jahr 2010 soll ein Viertel des Essens aus Bio-Lebensmitteln bestehen. Kerstin Storck glaubt nicht, dass ihre Gemeinde das erreichen kann. In Staffanstorp ist heute nur die Milch ökologisch, sie macht gerade mal vier Prozent aus.

„Das schaffen wir nicht. Wir haben noch gar keinen Plan für Öko-Lebensmittel in unserer Gemeinde. Auch andere Kommunen werden da große Schwierigkeiten haben.”

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