Krankenversicherung

Gläserner Patient - auch nach Vertragsende

Private Krankenversicherungen genießen zuviel Einsicht in Patientenakten. Das kritisieren Vertreter des Zentralamts für Gesundheits- und Sozialwesen in einem Artikel der Tageszeitung „Dagens Nyheter“. Demnach sei es inakzeptabel, dass die Privatversicherungsunternehmen auch nach Vertragsende oder Ableben des Kunden wichtige Informationen speichern dürften. Das Amt fordert deshalb eine Verschärfung der geltenden Regeln. Die heutige Gesetzeslage verbietet den Versicherungen das Einholen von Information über vererbbare Krankheiten bis auf wenige Ausnahmen. Viele Unternehmen umgingen das Gesetz jedoch mit Hilfe von Laboren außerhalb der gesetzlichen Krankenversorgung.

Zu den Vorwürfen erklärte Anders Beskow vom Verband der Privatversicherungen im Schwedischen Rundfunk: „Für manchen Versicherungsnehmer kommt das vielleicht wie eine Überraschung, aber ich meine, dass die Versicherungen ganz deutlich sind, wenn es um die Vollmacht geht. Eine Vollmacht bedeutet immer, dass die Versicherung Zugang zur Patientenakte hat und diedarin enthaltenen Informationen auch speichern darf.“