Öffentlicher Nahverkehr

Stockholms Busfahrer streiken - 250.000 Betroffene

In der Nacht zum Dienstag sind die Busfahrer im Großraum Stockholm wie angekündigt in den Streik getreten. Fast alle Linien sind betroffen. Eine der wenigen Ausnahmen bildet der Busersatzverkehr zwischen Västerhaninge und Nynäshamn. Extra Regionalzüge oder U-Bahnen sind nicht eingesetzt. Der Streik trifft rund 250.000 Reisende.  

Mit dem Streik will die Angestelltengewerkschaft bessere Arbeitszeiten und Löhne für die Busfahrer verhandeln, die bei privaten Busunternehmen angestellt sind. Busfahrer, die für die Gemeinden fahren, haben seit Mai einen Tarifvertrag. Auch für die Fahrer der Privatunternehmen fordert die Gewerkschaft eine Gehaltserhöhung von umgerechnet 170 Euro, verteilt auf zwei Jahre. Weiter sollen die Fahrer das Recht auf eine elfstündige Pause zwischen den Schichten haben und insgesamt einen weniger zersplitterten Arbeitstag.

Die Verhandlungen zwischen den Konfliktparteien liegen auf Eis. Im Schwedischen Rundfunk sagte der Chef vom Arbeitgeberverband der Busfahrer: „Sicher könnten für alle dieselben Bedingungen herrschen. Aber wir haben 500 Unternehmen, die mit allen möglichen Arten Busverkehr arbeiten. Jetzt können nicht die acht Unternehmen, die in der Stadt fahren, über alle anderen in der Branche bestimmen. Die paar kommunalen Unternehmen haben ganz andere Möglichkeiten als die 500 privaten.“

Dagegen hielt Bo Sandholm von der Angestelltengewerkschaft: „Im Jahr 2003 haben sich die kommunalen und die privaten Arbeitgeber an einen Tisch gesetzt, 2005 genauso. Nur jetzt will man das nicht mehr. Wir haben die Arbeitgeber gefragt, wie wir das Problem lösen wollen. Darauf hieß es, man würde sich beraten. Wir sind eine Gewerkschaft und brauchen uns nicht zu beraten. Unsere Meinung ist: Es gibt keine Unterschiede innerhalb unserer Branche. Das ist doch nur erfunden!“