Gerichte

„Riccardo-Fall“ wird nicht neu aufgerollt

Der Oberste Gerichtshof wird sich nicht des so genannten Riccardo-Falles annehmen. Das gaben die Richter am Mittwoch bekannt. Damit ist einer der Aufsehen erregendsten Gerichtsprozesse der jüngsten Vergangenheit abgeschlossen, und das Urteil der zweiten Instanz rechtskräftig. Die Richter des Oberlandesgerichts hatten auf schwere Körperverletzung und fahrlässige Tötung erkannt, nicht jedoch auf den Vorsatz zum Töten, wie die Klägerseite gefordert hatte.

Im Herbst vergangenen Jahres hatten mehrere Jugendliche am Rande eines Festes den gleichaltrigen Riccardo Campogiani in der Stockholmer Innenstadt mehrfach an den Kopf getreten. Der 16-Jährige starb daraufhin an seinen Verletzungen. Dafür verurteilten die Richter des Oberlandesgerichts drei der Jugendlichen zu einjährigen Jugendfreiheitsstrafen, zwei weitere Jungen wurden freigesprochen.

Der Fall sorgte landesweit für Demonstrationen gegen Jugendgewalt und regte eine Debatte darüber an, ob Jugendliche heute gewalttätiger sind als früher.