Entwicklungshilfe

Sida-Wirtschaftsprüfer wegen Schlamperei kritisiert

Die staatliche Entwicklungshilfeorganisation Sida ist erneut wegen unzureichender Kontrollen ihrer Afrika-Projekte kritisiert worden. Wie der Schwedische Rundfunk berichtet, verwarnte die Behörde für Wirtschaftsprüfung drei Sida-Mitarbeiter. Sie sollen die Buchführung von Projekten gutgeheißen haben, obwohl die Projekte als mangelhaft und teilweise sogar korrupt galten. Keiner der zuständigen Mitarbeiter habe Nachforschungen angestellt, heißt es in der Kritik. Im Schwedischen Rundfunk sagte Anders Holm von der Behörde für Wirtschaftsprüfung: „Es gibt offensichtliche Mängel in Sidas Kontrollsystem. Organisationen, die für Kontrollen verantwortlich sind, müssen dem auch in der Praxis Folge leisten. Was oben angewiesen wird, muss unten auch ausgeführt werden.”

Von Seiten der Entwicklungshilfeorganisation versprach man, nachzubessern. Lena Ingelstam, Abteilungschefin für die Zusammenarbeit mit Unterorganisationen, erklärte im Schwedischen Rundfunk: „Wir arbeiten derzeit an einem neuen Handbuch für Wirtschaftsprüfung, das zum Herbst fertig sein soll. Dass wir unsere Kontrollmechanismen ständig verbessern, trägt zu einer besseren Entwicklungshilfe bei, die auch bei den Bedürftigen ankommt.”

Im vergangenen Herbst hatte bereits der Staatliche Rechnungshof scharfe Kritik an die Entwicklungshilfebehörde gerichtet. Schon damals war es um schlampige Kontrollen bei der Wirtschaftsprüfung verschiedener Projekte in Afrika gegangen. So sei teilweise nicht klar nachzuvollziehen gewesen, wo die Entwicklungshilfegelder eigentlich abgeblieben seien, so der Rechnungshof.