Justiz

Immer mehr flüchtige Gesetzesbrecher

Immer mehr mutmaßliche Gesetzesbrecher entziehen sich in Schweden der strafrechtlichen Verfolgung. Die Justizbehörden teilten mit, in den vergangenen drei Jahren hätten mehr als 15.000 Gerichtsverfahren nicht stattfinden können, weil die Beschuldigten untergetaucht seien. Weiter hieß es, die Zahl der so verhinderten Prozesse steige ständig.

Charlotte Brokelind vom Amtsgericht Eksjö in Småland beschreibt das Problem:

„Bei einer Reihe von Personen ist es uns nicht einmal mit Fahndungsmaßnahmen gelungen, sie aufzuspüren. Dabei haben wir es hier mit ziemlich kleinen Gemeinden zu tun. In den Großstädten ist das Problem viel ernster.“

Die gesuchten Personen umgehen ihre Zwangsvorführung oft mit den einfachsten Mitteln. Beispielsweise geben sie falsche Adressen an, wohl wissend, dass die Behörden nicht genügend Zeit und Mittel haben, die wahre Anschrift zu ermitteln. Charlotte Brokelind findet das unannehmbar:

„Es ist ein schwerwiegender Mangel im System, wenn Personen, denen Verbrechen vorgeworfen werden, nicht vor Gericht gestellt werden können.“

In einzelnen Fällen hat dieser Mangel tragische Folgen. So fahndeten die Behörden zwei Jahre lang vergeblich nach einem Mann, der wegen Misshandlung seiner Lebensgefährtin vor Gericht gestellt werden sollte. Am vergangenen Wochenende wurde er in Husqvarna verhaftet, nachdem er den gemeinsamen Sohn getötet hatte.

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