Europa

Schweden mahnt EU-Partner zu mehr Engagement für Flüchtlinge

Schweden hat an die übrigen Mitgliedsländer der Europäischen Union appelliert, mehr Verantwortung für Flüchtlinge zu übernehmen. Auf der Brüsseler Konferenz der EU-Innenminister mahnte Migrationsminister Tobias Billström ein stärkeres Engagement der Union zu Gunsten der Flüchtlinge aus aller Welt, besonders für die Iraker, an.

In einem Telefon-Interview des Schwedischen Rundfunks betonte Billström:

„Ziel muss es sein, dass alle EU-Mitgliedsländer Plätze für Flüchtlinge zur Verfügung stellen, nicht nur für die irakische Gruppe, sondern auch für künftige Flüchtlingsgruppen aus anderen Gegenden. Das ist ja heute nicht der Fall. Bisher haben nur sechs der 27 EU-Länder solche Flüchtlingsquoten beschlossen. Das ist natürlich viel zu wenig.“

Der Migrationsminister sagte weiter, es müsse ein System der entwickelt werden, das eine menschenwürdige Umsiedlung von Flüchtlingen garantiere. Erläuternd sagte Billström:

„Umsiedlung bedeutet, dass Länder Europas und der ganzen Welt der UN-Flüchtlingsbehörde Quoten-Plätze anbieten. Dann kann die UNHCR notleidende Menschen, die wirklich Schutz und Hilfe brauchen, aus Flüchtlingslagern herausholen und ihnen ein neues Heim bieten.“

Schweden hat bisher mehr Flüchtlinge aus dem Irak aufgenommen als alle anderen EU-Länder zusammen. Heute wohnen hier etwa 100.000 Iraker. 40.000 von ihnen haben seit 2003, dem Beginn der amerikanischen Invasion ihrer Heimat, in Schweden Asyl erhalten.

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