Rwanda

Schweden soll mutmaßlichen Kriegsverbrecher ausliefern

Die schwedischen Behörden prüfen gegenwärtig ein Ersuchen des afrikanischen Staates Rwanda um Auslieferung eines mutmaßlichen Kriegsverbrechers. Der Beschuldigte, ein Angehöriger des Hutu-Stammes, hatte sich nach dem Bürgerkrieg von 1994 nach Dänemark abgesetzt. Als er kürzlich Schweden besuchte, wurde er festgenommen. Die Behörden seines Landes werfen ihm Mittäterschaft an der Ermordung von Mitgliedern der Tutsi-Volksgruppe vor.

Die schwedische Polizei hat eine Sonderkommission eingerichtet, die ermitteln soll, ob sich noch weitere Personen in Schweden aufhalten, die der Mitwirkung am Völkermord in Rwanda verdächtigt werden.

Sonderkommissarin Maria Lönegård erläuterte im Schwedischen Rundfunk die Aufgaben der Abteilung:

„Unsere neu geschaffene Arbeitsgruppe für Kriegsverbrechen prüft, ob Flüchtlinge aus Rwanda möglicherweise mit falschen Papieren ihre wahre Identität verschleiern und ob jemand am Völkermord in Rwanda beteiligt war.“

Die Behörden des afrikanischen Landes fahnden noch immer nach etwa 90 Personen, die der Mittäterschaft an Massenmorden verdächtigt werden. 13 von ihnen stehen auf der Fahndungsliste des Haager Kriegsverbrechertribunals.

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