Angelsport

"Tag der Äsche" begeistert Sportangler

Sommer, Ferienzeit, Angelzeit. In diesen Tagen zieht es viele Schweden mit Angelrute und Köderkoffer an die Gewässer. Zahlreiche Angelwettbewerbe werden veranstaltet. Einer davon ist „Harrens Dag“, der “Tag der Äsche”, der entlang des 430 Kilometer langen Flusses Kalix Älv in Nordschweden ausgetragen wird.

Das kleine Dorf Kamlunge ist hauptsächlich dafür bekannt, dass vor seiner Nase die besten Angelgewässer für Äsche vorbeifließen. Bei Kamlunge rauschen die wohl schönsten Stromschnellen des Kalix Älv vorbei. Die großen Steinbrocken mitten im Fluss bieten der Äsche ideale Bedingungen, weiß Angler Bertil Martinsson, der seit 20 Jahren hier angelt.

”Hinter den Steinen fließt das Wasser ruhiger, da steht der Fisch gerne und ruht sich aus. Ich kenne das Wasser, ich weiß, dass es hier Äschen gibt! Ich will versuchen, mit dem Köder zwei Meter tief zu kommen, um den Fisch zu locken.”

Bertil Martinsson hat sich einen der besten Angelplätze hier gesichert, schon eine Stunde vor Beginn des Wettbewerbs hat der Rentner an der Stelle mit dem ruhigen Wasser Position bezogen. Bald taucht hinter ihm Per Jonsson auf, auch er weiß, dass die Chanchen auf Beute hier gut stehen:

”Ich wollte hier mal gucken, ob ein Plätzchen frei ist, sind aber viele Leute hier. Da muss ich mich wohl ein wenig gedulden.”

Schlangestehen beim Angeln, in der Weite Nordschwedens ist das eher selten. Doch beim Tag der Äsche drängeln sich 475 Angler um die besten Plätze am Ufer des Kalix Älv. Der Angel-Wettbewerb hat mehr Volksfest- als Wettkampfcharakter, wie Angler Jonsson erklärt:

”Gestern Abend habe ich hier 20 Äschen geangelt, die ich wieder ausgesetzt habe. Äsche beißt später am Abend besser an, wenn es dunkel wird. Hier geht es um fünf Uhr Nachmittags los, das ist eigentlich zu früh. Das ist kein Wettbewerb, sondern ein Familienfest.” 

Ulf Eriksson erklärt seinem Sohn Martin, wie er die Angel auswerfen muss, damit sie nicht hinter ihm im Baum hängenbleibt. Familie Eriksson aus Boden ist zum ersten Mal beim ”Tag der Äsche”. Mama, Papa und die beiden Söhne versuchen ihr Glück.

”Auf Äsche zu angeln ist anspruchsvoll. Obwohl sie nicht so groß wird, so ist sie doch recht kräftig. Gerade für den Sportangler ist dies reizvoll, weil die Äsche sich gut zur Wehr setzt.... Oh..Moment, mein Sohn hat da was an der Angel....”

Martin hat ein bisschen Flussdreck nach oben befördert. Nach einer Stunde kehrt andächtige Stille am Flussufer ein. Per Jonsson ist in den Kalix Älv gewatet und wirft seine Fliegenrute aus, der Rentner Bertil Martinsson versucht, seine Angelleine zu entwirren und Familie Eriksson macht eine kleine Rast. Auch auf der anderen Seite des Flusses geht es nicht sonderlich gut. Das Wasser steht zu hoch, der Regen der letzten Tage hat den Fluss anschwellen lassen.

”Es ist nicht einfach, hier zu angeln. Wer den Wettbewerb gewinnt, hat einfach nur Glück,” meint Staffan Larsson, der seine Angel am gegenüberliegenden Ufer ausgeworfen hat. ”Aber man trifft alte Angelfreunde hier.” Und so zieht Staffan Larsson zu seinen Bekannten, die direkt an der Straße einen Campingtisch und -stühle aufgestellt haben und trinkt erstmal Kaffee. 

Nach drei Stunden wird das Ende des Wettbewerbs eingeläutet. Die 475 Angler in Kamlunge geben ihre Stellungen auf, wer eine Äsche an der Angel hatte, kommt damit zum Fischwiegen.

Der Gewinner des Wettbewerbs hat immerhin eine 34 Zentimeter lange und 442 Gramm schwere Äsche vorzuweisen. Von wegen Anglerglück. Das weist Mats Karlsson von sich:

”Die habe ich hier unterhalb des Festplatzes erwischt, mit der Fliegenrute. Wegen des hohen Wasserstandes habe ich mich nah am Ufer gehalten. Im letzten Jahr hatte ich eine 32-Zentimeter-lange Äsche. Es ist nicht nur Glück, sondern auch Können.”

Ob Können oder Nicht, ob mit oder ohne Beute. Das Wetter ist super, die Sonne glänzt über den Stromschnellen und lässt sie in Gold tanzen. Auf dem Festplatz wird gegrillter Fisch serviert, Gewinner Mats Karlsson ist um 500 Euro reicher. Andere Angler haben trotzdem in der Lotterie gewonnen, und wer ohne Fang und Lotteriegewinn blieb, hat immerhin einen schönen Abend an den frischen Luft verbracht.

Katja Güth 

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