Schwierige Beweislage im Kindesmordprozess

Vor dem Amtsgericht der mittelschwedischen Stadt Köping ist am Donnerstag der Prozess um den zweifachen Kindesmord vom März dieses Jahres in Arboga fortgesetzt worden. Der schwedische Verteidiger der angeklagten 31jährigen Deutschen macht geltend, die von der Staatsanwaltschaft vorgetragenen Indizien reichten für eine Verurteilung nicht aus. Die Frau bestreitet die Tat. Der Verteidiger hat mehrmals darauf verwiesen, dass die Polizei kein DNA-Material seiner Mandantin am Tatort gefunden hat.

Dazu äußerte sich im Schwedischen Rundfunk die Leiterin des Stockholmer Polizei-Laboratoriums, Martina Nilsson:

„In manchen Fällen ist DNA-Material nur schwer zu finden, denn es ist nicht mit bloßem Auge zu sehen. Oft sind es nur kleinste Flecken oder winzige Substanzen. Wenn man DNA-Material am Tatort findet, dann ist das ein wichtiges Werkzeug zur Ergänzung der übrigen Beweise. Findet man keine DNA-Spuren, dann ist man gezwungen, zur Aufklärung so viele Beweise, wie in einem solchen Fall möglich sind, zu sichern.“

Die bei der Tat schwer verletzte Mutter der getöteten Kinder sagte vor Gericht aus, sie erkenne die Angeklagte als Täterin wieder, obwohl sie sich an den Tathergang nicht erinnere. Zugleich räumte sie ein, dass sie vor Prozessbeginn Bilder der Beschuldigten gesehen hat.

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