EINWANDERUNG

Flüchtlingspolitik zum Nachteil von Frauen?

Schwedens Flüchtlingspolitik nimmt zu wenig Rücksicht auf spezifische Probleme von Frauen. Diesen Vorwurf haben Betroffene sowie Repräsentantinnen von Frauenorganisationen gegenüber Radio Schweden geäuβert.

Demnach ist es für ein Opfer beispielsweise sehr schwer, so genannte Ehrengewalt als Grund für die Bewilligung von Asyl geltend zu machen.

Bam Björling, Vorsitzende der Frauenorganisation Kvinnoforum, nahm Bezug auf den Fall einer Irakerin, die Opfer einer Gruppenvergewaltigung geworden war und daraufhin befürchtete, ihre Familie werde sie töten. Der Asylantrag der Frau wurde abgelehnt.

“Dies ist ein typischer Fall. Wir haben häufig mit solchen Fällen zu tun“, sagte Bam Björling. „Der Frau wird kein Glauben geschenkt. Auch, weil es so schwer fällt sich überhaupt vorzustellen, dass Menschen auf diese Weise behandelt werden.“

Der kommissarische Leiter des Einwanderungsamtes, Micke Ribbenvik, wies den Vorwurf zurück. „Auch wenn der Asylsuchende die Belege für den Asylgrund liefern muss, werden die entsprechenden Forderungen nicht so hoch gestellt“, sagte er. „Es gilt das Prinzip: Im Zweifel für den Asylsuchenden. Oft kann es reichen, die eigene Geschichte darzulegen.“ Eine entsprechende Statistik über das Verfahren des Amtes bei derartigen Zweifelsfällen liegt allerdings nicht vor.

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