Knappe Ressource Wasser. Foto: Janerik Henriksson/Scanpix.
Weltwasserwoche in Stockholm

Eine Milliarde Menschen ohne sauberes Trinkwasser

Mehr als einer Milliarde Menschen fehlt sauberes Trinkwasser. 2,6 Milliarden haben keinen Zugang zu sanitären Anlagen. Die Ressource Wasser wird knapper. Und wertvoller. 2500 Experten diskutieren in Stockholm Auswege aus der drohenden Krise.

Die Lage ist angespannt. In einem Land wie Kenia, wo viele Menschen keinen Zugang zu sanitären Anlagen haben, müssten viele Einwohner unter menschenunwürdigen Bedingungen ihre Notdurft verrichten, sagt Franz-Josef Batz von der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ): 

”Flying toilets - Fliegende Toiletten”

”Hier gibt es den Begriff ’flying toilets’ - Menschen verrichten ihre Notdurft in eine Plastiktüte und schmeißen sie dem Nachbarn über den Zaun”. Jährlich würden mehr als 4000 Kinder an den Folgen von Durchfallerkrankungen sterben, sagt Batz, einer der deutschen Teilnehmer der Weltwasserwoche.

Und die Situation wird sich verschärfen. Beispiel Elfenbeinküste: Bereits in 15 bis 20 Jahren steht den Einwohnern pro Kopf bis zu Zweidrittel weniger Wasser zur Verfügung. Auch in nordafrikanischen Ländern wie Algerien wird das Wasser knapp. Die Folge: Flüchtlingsströme - ein potentieller Konfliktherd.

Lösungsversuche in Stockholm

Um diesen Konflikten zu begegnen beraten die Teilnehmer der Wasserwoche bessere Verteilungsmechanismen der knappen Ressource. Das Zauberwort heißt Wassermanagement. Die Anrainerstaaten eines Flusses zum Beispiel müssten sich an einen Tisch setzen und reden: ”Nach dem Motto: Hey, lass mal bitte ein bisschen mehr Wasser runter, wir brauchen das hier für unsere Trinkwasserversorgung, für unsere Landwirtschaft”, sagt Batz.

Wasser sei ein Grund, miteinander zu kooperieren - mehr noch, als deswegen Kriege zu führen. Und wer einmal an einem Tisch sitze und über Wasser rede, der könne auch andere Streitigkeiten diplomatisch lösen, so die Hoffnung.

Beispiel: Verhandlungen in Afrika

Ein Beispiel, wo das bereits geklappt hat ist Afrika: Hier haben sich in den 90er Jahren 14 afrikanische Länder, darunter die Nachbarn Südafrika und Namibia, über die gemeinsame Nutzung etwa ihres Grenzflusses Oranje geeinigt.

Wasserpolitik, so sagen die deutschen Teilnehmer der Weltwasserkonferenz, sei somit auch ein Beitrag zur Sicherheitspolitik.

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