Mordprozess im „Arboga-Fall“ ungültig?

In den Prozess, bei dem sich eine deutsche Studentin wegen Mordes und Mordversuchs verantworten muss, ist eine plötzliche Wendung eingetreten. Der Verteidiger der Deutschen reichte am Donnerstag Anzeige wegen Befangenheit der Schöffen ein. Sollten die Schöffen als schuldig befunden werden, könnte dies bedeuten, dass der gesamte Prozess von vorn aufgerollt werden muss.

Bereits am Mittwoch war eine Schöffin von ihrem Amt zurückgetreten, nachdem sie gegenüber Medien betont hatte, sie habe nie an die Unschuld der Angeklagten geglaubt. Auch die anderen Schöffen sollen sich in unzulässiger Weise ausgedrückt haben, die Zweifel an ihrer Objektivität wecken würden, so der Verteidiger. Staatsanwalt Johan Fahlander sagte im Schwedischen Rundfunk: „Das ist eine sehr ernste Angelegenheit. Die Situation ist, um es diplomatisch auszudrücken, äußerst unglücklich. Welche Konsequenzen das haben wird, vermag ich derzeit nicht zu sagen.“

Zum Wochenbeginn wurden die Schlussplädoyers in dem Prozess gehalten. Das Gericht befand daraufhin, dass die Angeklagte der ihr vorgeworfenen Taten schuldig sei und forderte ein rechtspsychiatrisches Gutachten an. Erst im Anschluss daran wird ein Urteil gesprochen. Sollten nun die Schöffen ausgetauscht werden, könnte ein neuerlicher Prozess trotzdem erst nach Erstellung des Gutachtens beginnen. Das Gutachten über den psychischen Zustand der Angeklagten wird frühestens in vier Wochen erwartet.

Grunden i vår journalistik är trovärdighet och opartiskhet. Sveriges Radio är oberoende i förhållande till politiska, religiösa, ekonomiska, offentliga och privata särintressen.
Du hittar dina sparade avsnitt i menyn under "Min lista".