Horace Engdahl
Nobelpreise

Literatur-Nobelpreis an Jean-Marie Gustave Le Clézio

Le Clézio bedankt sich im Schwedischen Rundfunk für die Auszeichnung
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Der Literatur-Nobelpreis 2008 geht an den Franzosen Jean-Marie Gustave Le Clézio. Die Schwedische Akademie begründete ihren Beschluss damit, dass Le Clézio „ein Autor des Aufbruchs“ sei, „des poetischen Abenteuers und der sinnlichen Extase, ein Erforscher der Menschlichkeit außerhalb und unterhalb der herrschenden Zivilisation.”


Der Ständige Sekretär der Akademie, Horace Engdahl, sagte im Schwedischen Fernsehen, er freue sich darüber, dass der Literaturnobelpreis mit Le Clézio seit 1985 endlich einmal wieder nach Frankreich gehe. Zur Wahl der Jury sagte Engdahl, dass Le Clézio ein Autor mit großer Bandbreite. In seinem rund 40 Bücher umfassenden Werk träte ein Bewusstsein zu Tage, das nicht auf die westliche Kultur begrenzt sei, sondern sich auch beispielsweise der amerikanisch-indianischen sowie der nordafrikanischen Kultur öffne.

Kleine, aber feine schwedische Leserschaft - Deutsche müssen warten

Le Clézio galt seit Langem als Anwärter auf die größte Ehrung im literarischen Zusammenhang, wurde allerdings eher als Geheimtipp gehandelt. Auf dem deutschen Buchmarkt sind Medienberichten zufolge derzeit keine Bücher von Le Clézio lieferbar. Laut Horace Engdahl hat der Autor in Schweden durchaus eine Leserschaft, wenngleich auch eine übersichtliche. Eine große Anzahl seiner Werke sei ins Schwedische übersetzt.

Geboren wurde Le Clézio 1940 in Nizza. Bekannt wurde er mit dem Roman ”Das Protokoll”, für den er im Jahr 1963 den Prix Renaudot bekam. Seitdem sind mehr als dreißig Bücher von Le Clézio erschienen, darunter Erzählungen, Romane, Essays, Novellen sowie Übersetzungen indischer Mythologie. 1980 erhielt er für ”Wüste” als Erster den von der Académie Française ausgeschriebenen Prix Paul-Morand.

Le Clézio kommt nach Stockholm

Le Clézio bestätigte im Schwedischen Rundfunk, dass er bei der Preisverleihung am 10. Dezember in Stockholm zugegen sein werde. Bei einem feierlichen Bankett werden am Todestag des Preisstifters sämtliche Nobelpreise dieses Jahres aus der Hand von König Carl XVI. Gustaf überreicht, mit Ausnahme des Friedensnobelpreises, der traditionell in Oslo verliehen wird. Der Literaturnobelpreis ist mit einer Preissumme von umgerechnet 1,1 Millionen Euro dotiert.

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