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Die US-Streitkräfte informierten über den Fall auf einer Pressekonferenz
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"Keine Änderung bei Terroristenjagd nötig" - Carl Bildt
TERRORISMUS

Getöter Schwede war führend bei Al-Qaida

Der schwedische Staatsbürger, der im Irak von amerikanischen Soldaten getötet worden ist, hatte nach Angaben der US-Streitkräfte eine führende Position in der Al-Qaida im Irak inne. Der 43-Jährige soll der „zweite Mann” in dem Terrornetzwerk gewesen sein. 

Wie die US-amerikanischen Streitkräfte am Mittwoch mitteilten, wurde der Mann am 5. Oktober im nordirakischen Mosul getötet. Die Identifizierung der Leiche habe in dieser Woche stattgefunden. 

„Er war eine wichtige Person“, bestätigte Magnus Ranstorp, Terrorismus-Experte an der Stockholmer Hochschule für Verteidigung, die US-Angaben zu dem Mann. „Er fand enorme Aufmerksamkeit bei der Geheimpolizei – dass er von Bedeutung war, daran besteht kein Zweifel.“

Der ursprünglich aus Marokko stammende Mann war Mitte der 1980er-Jahre nach Schweden gekommen und rund zehn Jahre später schwedischer Staatsbürger geworden. Rasch hatte er die Aufmerksamkeit der schwedischen Geheimpolizei Säpo auf sich gezogen. Zu juristischen Folgen kam es jedoch nicht.

2004 wurde er von der dänischen Geheimpolizei unter dem Verdacht festgenommen, an einem Terroranschlag in Marokko mit 45 Todesopfern beteiligt gewesen zu sein. Nach der Ablehnung des marokkanischen Auslieferungsbegehrens durch ein dänisches Gericht kehrte er nach Schweden zurück.

2006 wurde sein Name auf die so genannten Terror-Listen der Vereinten Nationen und der EU gesetzt. Sein Vermögen wurde eingefroren. Ebenfalls 2006 reiste er daraufhin in den Irak, wo er laut Angaben der US-Streitkräfte eine Reihe von Attentaten gegen Zivilisten organisierte.

Auf die Frage, ob es nicht offenkundig sei, dass der Mann  seine Terrorhandlungen in Schweden vorbereitet habe, sagte Auβenminister Carl Bildt im Schwedischen Rundfunk:

„Das ist schwer zu sagen. Ich kann lediglich feststellen, dass die Geheimpolizei mehrere Untersuchungen gegen ihn einleitete, während er hier in Schweden war. Dass es nicht zu juristischen Folgen kam, liegt an der einfachen Tatsache, dass er aus Schweden verschwand.“ Er sehe keinen Anlass, mit Blick auf den Fall die Jagd auf Terroristen künftig anders zu betreiben, sagte Bildt. 

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