Bagdad: Brennendes Polizeiauto
TERRORISMUS

Islamisten rekrutieren Nachwuchs in Schweden

Der von USA-Truppen im Irak getötete 43-jährige schwedische Staatsbürger, der laut USA der ”zweite Mann” im Terror-Netzwerk al-Qaida gewesen soll, ist kein schwedischer Einzelfall. Nach Angaben der Geheimpolizei Säpo kommt es immer häufiger vor, dass junge Menschen aus Schweden im Ausland in Terror-Lagern ausgebildet werden.

”In den vergangenen zwei Jahren haben wir mehfach gesehen, dass junge radikale Islamisten beispielsweis nach Somalia oder in den Irak reisen”, sagte Malena Rembe, Chefanalytikerin bei der Anti-Terror-Einheit der Geheimpolizei. ”Sie fahren dorthin, um zu trainieren oder um selbst an Kämpfen teilzunhemen.”

Der 43-jährige Schwede marokkanischen Ursprungs, der nach Angaben der US-Streitkräfte Anfang Oktober im nordirakischen Mosul getötet wurde, sei ein beredtes Beispiel für die Folgen wachsender Radikalisierung, sagte Rembe. ”Junge Menschen reisen in einem frühen Stadium ihrer Entwicklung in Konfliktgebiete und kehren mit Kontakten und Erfahrungen zurück, die sie später logistisch und im schlimmsten Fall bei der Planung von Attentaten anwenden können.”

Nach Säpo-Angaben hatte sich der nun getötete Mann in den 90-er Jahren in Trainingscamps in Afghanistan aufgehalten und während dieser Zeit Kontakte zur al-Qaida geknüpft. Die Geheimpolizei hatte ihn wegen Verdachts der Mitwirkung an mehreren Terrorattentaten observiert, darunter Attentate in Marokko und Spanien. Die Beweislage habe laut Staatsanwaltschaft jedoch nicht ausgereicht, um Anklage gegen den Mann zu erheben, sagte Malena Rembe.

 

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