Weniger Fingerabdrücke Foto: Scanpix

Polizei löscht Hunderttausende Fingerabdrücke

Nach Kritik der Datenschutzbehörde hat die schwedische Polizei die Hälfte ihrer nationalen Fingerabdruckdatei gelöscht. Es handelt sich dabei um knapp 100.000 Fingerabdrücke. Die Datenschutzbehörde hatte insbesondere die Speicherung von Fingerabdrücken Unschuldiger kritisiert.

Anders Wetling, Leiter der Untersuchungsabteilung der Reichskriminalpolizei räumte ein, es seien Fingerabdrücke genommen wurden, die nicht unbedingt notwendig gewesen wären: „Viele der Personen, die aussortiert wurden, hätten von Beginn an nicht registriert werden sollen und sind auch nicht kriminell“.  Weiter sagte er:  „Ich denke, dies wird bedeuten, dass wir weniger Verbrechen mit Hilfe von Fingerabdrücken aufklären können.“ Künftig soll die Datei monatlich aktualisiert werden. Infolgedessen werden die  Polizeibehörden öfter Fingerabdrücke von Verdächtigen nehmen.

Ein kompletter Verzicht auf Fingerabdrücke aufgrund der zunehmenden Verbrechensaufklärung durch DNA sei allerdings nicht geplant, sagte Anders Wetling. Fingerabdrücke würden aufgrund ihrer Einzigartigkeit auch weiterhin ein zentraler Gegenstand der Verbrechensbekämpfung sein.

Bisher wurden die Fingerabdrücke erst gelöscht, wenn eine Person dies beantragt hatte, das 80. Lebensjahr vollendet hatte oder verstorben war.

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