Anna Lindhs Freundin Eva Franchell (Foto: Dan Hansson / Scanpix Schweden)
Abgeschobene Ägypter

Neues Buch entlastet Anna Lindh

Die Affäre um zwei wegen Terrorverdachts im Dezember 2001 abgeschobene Ägypter hat eine neue Wendung genommen. In einem neuen Buch behauptet Eva Franchell, damals Pressesprecherin von Außenministerin Anna Lindh, dass auch der Justizminister und der Ministerpräsident darüber informiert gewesen seien, dass der amerikanische Geheimdienst CIA die Abschiebung durchführte.

Die USA hätten indirekt mit einer Handelsblockade gedroht, hätte Schweden sich nicht bereit erklärt, die beiden Ägypter vom CIA ausfliegen zu lassen. Bei der Abschiebung wurden die Männer menschenunwürdig behandelt und mindestens einer von ihnen wurde offenbar später in Ägypten gefoltert.
Laut Eva Franchell seien sowohl der damalige Justizminister Thomas Bodström als auch Ministerpräsident Göran Persson, beide Sozialdemokraten, an dem formalen Beschluss beteiligt gewesen. Da die Affäre erst nach der Ermordung Anna Lindhs publik wurde, hätten Bodström und Persson absichtlich ihre Beteiligung verschwiegen und die Verantwortung auf Lindh abgewälzt, die sich nicht mehr wehren konnte, so Franchell.

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