1 av 5
Barack Obama
2 av 5
Gefangene auf Guantanamo
3 av 5
Weltweit im Blickpunkt: New Yorker Börse
4 av 5
Carl Bildt
5 av 5
Mona Sahlin
NEUER US-PRÄSIDENT

Hohe Erwartungen an Obama

Auch in Schweden verbindet man den Amtsantritt des neuen US-Präsidenten mit groβen Erwartungen. Auβenminister Carl Bildt sagte im Schwedischen Rundfunk, Barack Obama werde in den kommenden Monaten der mächtigste US-Präsident aller Zeiten sein.

„Er tritt mit einem enormen Kapital an moralischer Glaubwürdigkeit an. Die ganze Welt hört momentan auf Washington, wird in den kommenden Monaten auf Washington hören in einem Maβe, wie dies vermutlich noch nie der Fall war.“ Mit Blick auf die Antrittsrede des neuen US-Präsidenten am Dienstag sagte Bildt, hervorhebenswert sei insbesondere Obamas direkte Hinwendung zur muslimischen Welt. „Ich glaube nicht, dass dies zuvor schon einmal so ausdrücklich passiert ist. Das bedeutet natürlich sehr viel“, so der schwedische Auβenminister.

Kontinuität in der Auβenpolitik

Im Bereich der Auβenpolitik steht Obama nach Bildts Einschätzung weniger für Veränderung denn für Kontinuität. Insbesondere sei auf ein fortgesetzt starkes US-amerikanisches Engagement im Nahost-Konflikt zu hoffen. Anzustreben seien Forschritte im Friedensprozess vor den israelischen Wahlen am 10. Februar, sagte Bildt.

Die Parteivorsitzende der Sozialdemokraten, Mona Sahlin, verwies ebenfalls auf die wichtige Rolle der USA im Ringen um Verständigung in Nahost. Sahlin sagte, sie hoffe, „dass die USA wirklich die Führungsrolle übernehmen und deutlich machen, dass man in Zusammenarbeit mit allen Partnern einen kontinuierlichen Dialog mit dem Ziel führen wird, dauerhaften Frieden zu erreichen. Hier kann Obama etwas Neues einbringen, etwas, was momentan nur er beitragen kann.“ 

Taten zählen

Zum erhofften Wandel der Beziehungen der Vereinigten Staaten zur muslimischen Welt sagte Gholam Ahmad, Islamologe an der Universität Lund, viele Muslime warteten nun vor allem auf eine rasche Schlieβung des umstrittenen Gefangenenlagers Guantanamo. Wichtig sei auch eine klare Stellungnahme zu den Vorkommnissen im irakischen Gefängnis Abu Ghraib, in dem Angehörige der US-Besatzertruppen Insassen gefoltert hatten.
Die Haltung der muslimischen Welt zu Obama werde sich nicht an dessen Worten, sondern an Handlungen festmachen, sagte Gholam Ahmad. „Es geht darum, wie er im Guantanamo-Fall reagiert, wie er sich zu Abu Ghraib stellt. Wie er auf die Kritik reagiert, wonach die USA gegen die Genfer Konvention verstoβen haben. Es geht darum, was er tut.“

Wirtschafts-Motor USA

Zu den Erwartungen an die USA als Motor der globalen Wirtschaft sagte Mikael Johansson, Ökonom bei der Bank SEB, wichtig sei nun die Durchführung der angekündigten Investitionen in die Infrastruktur, wie zum Beispiel der Bau von Straβen und die Erweiterung des Netzes schneller Internet-Verbindungen. „Dies an sich pflegt ja positive Auswirkungen auf das Wachstum zu haben“, sagte der Ökonom. „Ich gehe davon aus, dass sich diese Effekte etwa innerhalb eines Jahres zeigen können.“ Angesichts der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise seien die Erwatungen des Marktes an eine von den USA ausgehende positive Wende gleichwohl nicht übertrieben groβ. Die meisten Beobachter gingen davon aus, dass auch das laufende Jahr „sehr schwer“ werde. Ein Problem bliebe das groβe Defizit in den amerikanischen Staatsfinanzen. „Das Defizit liegt auf einem gigantischen Niveau, und wie man damit umgeht, das ist die groβe Frage. Auf kürzere Sicht geht der Finanzmarkt jetzt davon aus, dass die Stimulanzpakete Wirkung zeigen, und die Sorge über die Staatsschuld gerät in den Hintergrund. Aber auf längere Sicht muss man möglicherweise die Politik umstellen, vielleicht sogar Steuern erhöhen“, sagte Mikael Johansson.

Grunden i vår journalistik är trovärdighet och opartiskhet. Sveriges Radio är oberoende i förhållande till politiska, religiösa, ekonomiska, offentliga och privata särintressen.
Du hittar dina sparade avsnitt i menyn under "Min lista".