Holocaust

Hammar: "Wegen Gaza konnte ich nicht über Auschwitz sprechen"

Das ehemalige Oberhaupt der Schwedischen Kirche, Erzbischof Karl Gustav Hammar, hat seine Entscheidung verteidigt, eine Rede zum Holocaust-Gedenktag in der Universitätsstadt Lund abzusagen. Hammar sagte im Schwedischen Rundfunk, wegen des Gaza-Krieges habe er sich nicht in der Lage gesehen, über den Massenmord an den Juden zu sprechen.

„Es sollte ja darum gehen, was in unserem eigenen Leben geschehen ist und welche Schlüsse wir aus der Erinnerung an den Holocaust ziehen. Die Politik Israels ist eine Schlussfolgerung, die man aus der eigenen Geschichte gezogen hat, nämlich, dass man nicht mehr unterlegen sein darf, sondern dass man stärker sein muss als die Feinde. Ich sehe nicht, wie diese Einstellung zum Frieden führen kann. Und unter dem Eindruck des Gaza-Krieges fand ich, dass ich nicht geeignet war, die Rede zu halten.“

Vertreter der jüdischen Gemeinden in Schweden kritisierten Hammars Verhalten. Der Vorsitzende der Göteborger Gemeinde, Anders Carlberg, sprach von einem befremdlichen Vorgang. Carlberg weiter:

„Viele glauben ja, dass der Staat Israel ohne den Holocaust gar nicht gegründet worden wäre. Also gibt es natürlich eine Verbindung. Aber der Holocaust ist ja ein besonderer geschichtlicher Vorgang, zu dem man Stellung nehmen kann, auch ohne auf den Staat Israel einzugehen.“

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