Vatikan und Holocaust

Vatikan wittert schwedisches Komplott - SVT: ’Lächerlich’

Zum Thema Judenverfolgung erregt ein weiterer Vorgang in Schweden weltweites Aufsehen: Ein Interview des Schwedischen Fernsehens mit dem anglikanischen Theologen Richard Williamson wird in Kreisen des Vatikan als Komplott gegen den Papst ausgelegt. Der Grund: Williamson wiederholte in dem Interview seine in Deutschland strafbare Ansicht, einen Holocaust und Gaskammern habe es nie gegeben.

Hier die entscheidenden Äußerungen aus dem Interview:

„Ich denke, dass zwei- bis dreihunderttausend Juden in Nazi-Konzentrationslagern umkamen, aber keiner von ihnen durch eine Gaskammer.“

Und weiter: 

„Ich glaube, es gab keine Gaskammern – ja.“

Wenige Tage nach der Fernsehsendung hatte Papst Benedikt die Exkommunikation Williamsons aus der Katholischen Kirche aufgehoben. Es entstand der Eindruck eines Zusammenhanges zwischen dem Papsterlass und den Äußerungen des britischen Geistlichen. Tatsächlich war der jetzt widerrufene Kirchenausschluss Williamsons 1988 aus völlig anderen Gründen erfolgt – nämlich wegen seiner nach Kirchenrecht unzulässigen Ernennung zum Bischof durch den Abweichler-Bischof Marcel Lefebvre.

Den Vorwurf aus Rom, das Interview sei Teil eines Komplotts gegen den Papst, nannte der TV-Reporter Ali Fegan lächerlich. Fegan wörtlich:

„Wir haben lediglich Williamson als Holocaust-Leugner entlarvt.“

Grunden i vår journalistik är trovärdighet och opartiskhet. Sveriges Radio är oberoende i förhållande till politiska, religiösa, ekonomiska, offentliga och privata särintressen.
Du hittar dina sparade avsnitt i menyn under "Min lista".