Saabangestellte in Trollhättan erhalten Information. Foto: Foto: Erik Abel/Scanpix.
Automobilkrise

Düstere Stimmung in Trollhättan

Im westschwedischen Trollhättan, Heimatort von Saab Automobile, herrscht nach dem Bescheid von GM düstere Stimmung. 4000 Mitarbeiter bei Saab fürchten um ihre Arbeitsplätze. Hinzu kommt die Unruhe über die Aussichten für die Zulieferindustrie. Zugleich gibt man die Hoffnung nicht auf.

„Die Stimmung ist einfach so: Wir reden nicht darüber. Denn wir wissen ja auch nicht mehr Konkretes als alle anderen. Und mit dieser Unruhe leben wir seit Jahren, das ist nichts Neues. Aber die meisten glauben, es wird sich eine Lösung finden.“ Thomas Augustsson arbeitet seit 12 Jahren bei Saab. Von Schließung sei schon öfter die Rede gewesen, und es gebe Saab immer noch.

Zuversicht
Auch Paul Åkerlund, der Vorsitzende der Metallarbeitergewerkschaft bei Saab in Trollhättan, ist zuversichtlich. Die Frist bis 2010, die GM zur Umstrukturierung der schwedischen Tochter veranschlagt hat, sieht er als Chance. „Es ist ja einerseits ein bisschen dumm, dass wir keinen eindeutigen Bescheid bekommen haben, von dem ausgehend wir jetzt losarbeiten können. Wir müssen halt zusehen, das Beste aus der Situation zu machen“.
Weniger optimistisch äußert sich Stefan Lövén, Vorsitzender der Metallarbeitergewerkschaft von ganz Schweden. Er ist enttäuscht darüber, dass die Regierung keine Staatsbeteiligung bei Saab eingehen wird: „Ich verstehe nicht richtig, wie die Regierung denkt. Die Alternative sind mehrere Tausend Arbeitslose. Rund gerechnet kosten 5 000 Arbeitslose pro Jahr 250 Millionen Euro.“

Belastung für die Gemeinde
Der Bürgermeister von Trollhättan, Gert-Inge Andersson, sieht schwierige Zeiten auf sich zukommen. „Saab ist für Trollhättan unglaublich wichtig. Für Trollhättan und die ganze Region wäre es – sollte Saab zugemacht werden, was wir nicht hoffen – eine enorm schwierige Herausforderung, Ersatz zu finden. Aber Arbeitsmarkt- und Wirtschaftspolitik sind natürlich eine Frage für Regierung und Parlament“, so Andersson mit einem deutlichen Hilferuf nach Stockholm.

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