Datenklau oder nicht?
INTERNET

"Der Schaden ist grundsätzlicher Art"

Im Prozess gegen Mitarbeiter der Internet-Tauschbörse The Pirate Bay haben Musik-, Film- und Computerspielfirmen am Mittwoch Schadenersatz-Forderungen gegenüber den vier Angeklagten vorgebracht. Die Forderungen belaufen sich insgesamt auf umgerechnet reichlich 10 Millionen Euro und gründen sich teilweise auf die geschätzten Verluste aufgrund nicht erfolgter Verkäufe.

Der Schaden für die Unternehmen bleibe aber nicht darauf begrenzt, sagte der Repräsentant der Musikindustrie, Peter Danowsky. The Pirate Bay stehe für ein „massives Eindringen ins Urheberrecht“, in dessen Folge es unnötig geworden sei, CDs zu kaufen oder Musik legal herunterzuladen. Die Musikbranche fordert auch Schadenersatz für diesen „grundsätzlichen Schaden“, der höher sei als der ausgebliebene finanzielle Gewinn.

Die Verteidigung kritisierte, die Staatsanwaltschaft widme sich einer „kollektiven Anklage“ der vier Männer. Man habe bisher nicht ersehen können, inwieweit sich die einzelnen Personen individuell der Verletzung von Urheberrechten schuldig gemacht haben sollten, sagte Anwalt Per E. Samuelsson. Er wandte sich zudem gegen eine Darstellung, wonach es bei Pirate Bay hauptsächlich um die Verbreitung urheberrechtlich geschützter Files gehe. Achtzig Prozent der so genannten Torrenten, die Hinweise auf herunterzuladende Files geben, bezögen sich nicht auf urheberrechtlich geschütztes Material.

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