Israelprotest

Tennis: Davis Cup vor leeren Tribünen

Die Tennis-Davis Cup-Wettkämpfe in Malmö vom 6. bis  8. März Schweden gegen Israel werden vor leeren Tribünen gespielt. Der Sport- und Freizeitausschuss der Stadtverwaltung von Malmö beschloss, aus Sicherheitsgründen keine Zuschauer zuzulassen. „Wir wollen kein Risiko eingehen, dass unsere Mitarbeiter oder Zuschauer verletzt werden“, begründete der Vorsitzende Bengt Forsberg.

Grund zu der Besorgnis ist ein Aufruf zum Boykott israelischer Beteiligung an Sportveranstaltungen, der unter anderem vom sozialdemokratischen Frauenverband und den schwedischen Palästinagruppen getragen wird. Dazu deren Vorsitzender, der ehemalige grüne EU-Parlamentarier Pehr Garton: „Länderspiele sind etwas, wo ganze Staaten dahinter stehen. Und wir finden, die Welt muss gegen die Kriegführung Israels im Gazastreifen protestieren und dagegen, dass Israel gegen das Völkerrecht verstößt. Ein Länderspiel ist da eine gute Gelegenheit ein Signal zu setzen.“ Die Polizei in Malmö rechnet mit mehreren Tausend Demonstranten und hat daher starke Sicherheitsvorkehrungen getroffen. Proteste gegen DavidCup-Wettkämpfe haben in Schweden Tradition. 1968 kam es im Zusammenhang mit einem Wettkampf Schweden Rhodesien zu den schwersten Ausschreitungen in der modernen schwedischen Geschichte. Der israelische Tennisverband hat laut israelischen Medien gegen den Beschluss, ohne Zuschauer zu spielen protestiert. Auch der Vorsitzende des schwedischen Tennisverbandes ist über die Entscheidung nicht glücklich. Henrik Källén: „Wir finden das sehr bedauerlich für den Tennis und für den Sport allgemein, dass man geplante Veranstaltungen nicht durchführen kann. Wir würden am liebsten wie geplant – vor Publikum spielen. Sport und Politik halten wir auseinander.“

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