Automobilkrise

Übersehene Entwicklung: Elektrohybridauto

Während die Automobilunternehmen auf der ganzen Welt fieberhaft an neuen technischen Elektro- und Hybridlösungen arbeiten, hat die serienmäßige Herstellung des ersten schwedischen Elektrohybridwagens in Uddevalla 15-jähriges Jubiläum. Der Mann, der diesen Wagen herausbrachte, verlor allerdings ein Vermögen beim Bau des „Solo“.

Lars-Åke Moureau fährt mit einem silbergrauen dreirädrigen Moped in seinem kleinen Büro in der Göteborger City vor. Das Gefährt könnte ein Messerschmitt-Kabinenroller Modell 2009 sein und hat – selbstverständlich – Elektroantrieb.

„Strom ist die einzig korrekte Energiequelle, wenn Autofahren umweltfreundlich sein soll”, sagt er entschieden. „Schließlich ist Strom der sauberste Treibstoff, den es gibt. Er kann aus Wind- oder Sonnenenergie gewonnen werden.“

Den Eindruck eines hochkarätigen Direktors in der Automobil-Branche hinterlässt Lars-Åke Moureau nicht gerade. Dennoch ist der ältere Herr einer der Pioniere seines Gebiets. Aber der Solo 2000, ein serienmäßiges Hybridauto, das sein Unternehmen 1994 auf den Markt brachte, ist nur in sechs Exemplaren hergestellt worden.

Persönlich besitzt er keinen dieser Wagen mehr. „Der einzige Solo, den es noch gibt, steht im Technischen Museum in Stockholm. Und das macht mich natürlich etwas stolz.“

Zweisitzer mit dickem Batterienpaket
Als der Solo 2000 Mitte der Neunzigerjahre zuerst vorgestellt wurde, sauste ein zweisitziger knallroter Flitzer mit einer von Ferrari inspirierten Kunststoff-Karosserie durch die Medien.

„Im reinen Elektrobetrieb hat der Wagen eine Reichweite von 40 bis 60 Kilometern, je nachdem, wie man fährt“, erläuterte Moureau die Neuheit damals stolz im Schwedischen Fernsehen. „Wir sind der Ansicht, dass die Hybrid-Alternative die einzig Vernünftige ist.“

Die Idee zu diesem Wagen hatte Werbefachmann und Designer Hansi Kobes, als er ein Auto für seine Enkelkinder baute. Sein Solo 2000 war dann allerdings einige Nummern größer. Der Wagen war mit mehreren großen Batterien ausgerüstet, die ein Verbrennungsmotor bei Bedarf auflud. Die Batterien versorgten ihrerseits einen Elektromotor, der das Fahrzeug antrieb. Die Spitzengeschwindigkeit betrug zirka 150 Stundenkilometer.

Das schwedische Hybridauto wurde drei Jahre früher präsentiert, als Toyota sein Elektro-Hybrid Prius herstellte. Aber das erwartete Käuferinteresse blieb aus, und nur einige wenige Solo 2000 verließen die kleine Fabrik in Uddevalla.

Desinteresse bei den etablierten Herstellern
„Für die serienmäßige Autoherstellung braucht man Milliarden, das ist Big-Business. Wir hatten Kontakt zu Saab und Volvo, aber beide Großunternehmen hatten kein Interesse. Im Gegenteil, sie wiesen auf Studien hin, die festgestellt hatten, dass Elektroautos weder wirtschaftlich noch umweltfreundlich seien.“

Möglich, dass die beiden etablierten schwedischen Automobilhersteller ihre Abfuhr an den ersten einheimischen Hybridwagen inzwischen sehr bedauern.

Sybille Neveling

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