Erfreut sich wachsender Beliebtheit: Kernenergie (hier AKW Forsmark)
Atomenergie

Wachsende Zustimmung der Bevölkerung Problem für Opposition

Die Zustimmung der schwedischen Bevölkerung zur Kernkraft wächst weiter. Das zeigt die jüngste Umfrage am Institut für Gesellschaft, Meinungsforschung und Medien an der Universität Göteborg. Demnach ist erstmalig eine Mehrheit von 51 Prozent der Schweden für ein Festhalten an der Atomkraft. 31 Prozent sind für einen Ausstieg.

Die Studie wurde im vergangenen Herbst durchgeführt. Zu diesem Zeitpunkt hatten sich die bürgerlichen Koalitionsparteien noch nicht auf eine gemeinsame Linie, nämlich das Festhalten an der Kernenergie, festgelegt.

Die Umfrage zeigt weiter, dass zwei Parteien in dieser brenzligen Frage uneins mit ihren Wählern sind. Unerwartet wechselte kürzlich die bürgerliche Zentrumspartei das Gleis und akzeptiert nun die Linie der Koalitionsparteien, wonach alte Reaktoren durch neue ersetzt werden sollen. Unter den Zentrumswählern ist jedoch weiter eine Mehrheit für den Ausstieg.

Sozialdemokraten im Zugzwang

Noch heikler ist die Frage für die Sozialdemokraten. Ihre Vorsitzende Mona Sahlin hält am Ausstieg fest, während sich eine Mehrheit der Wählerschaft für die weitere Nutzung von Atomenergie ausgesprochen hat. Dazu sagte Sören Holmberg, Professor an der Uni Göteborg, im Schwedischen Rundfunk: „Das kann sich natürlich zu einem Problem für die Sozialdemokraten auswachsen, wenn die Kernkraft zum Wahlkampfthema wird. Wir dürfen aber auch nicht vergessen, dass die Opposition noch keine Alternative zum Vorschlag der Regierung eingebracht hat. Wir wissen noch nicht, auf welche Linie sich die Sozialdemokraten, die Grünen und die Linkspartei einigen werden.“

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