Zwei holländische Organisationen wurden zuerst auf die Studie aufmerksam
Medizinische Forschung

Ethik vernachlässigt? Arzneimittelhersteller in der Kritik

Nach dem Suizid einer Versuchsperson ist der schwedische Arzneimittelhersteller Astra Zeneca in die Kritik geraten. Wie der Schwedische Rundfunk berichtet, reagierten Experten der medizinischen Ethik alarmiert auf den Todesfall sowie mehrere ernste Rückfälle während der Forschungsstudie.

Bei der Studie der Jahre 2005 und 2006 handelte es sich um Versuche mit einem Schizophreniepräparat. 36 Testpersonen erlitten nach der Behandlung mit Placebo Rückfälle, eine Person nahm sich das Leben. An der Studie nahmen ausschließlich Schizophreniepatienten ausländischer Forschungszentren teil, darunter Russland, die Ukraine, Polen, Bulgarien und Indien. Der Meinung von Experten nach hätte eine vergleichbare Studie in Schweden aufgrund ethischer Risiken niemals durchgeführt werden dürfen.

Astra Zeneca weist Vorwürfe zurück

Astra Zenecas Pressesprecherin Ann-Charlotte Knutsson betonte dagegen im Schwedischen Rundfunk, dass die Studie von den Ethikkommissionen der beteiligten Länder gebilligt worden sei: „Meines Wissens ist die Studie in enger Zusammenarbeit mit Behörden und Ethikkommissionen erstellt worden. Wir haben vor der Durchführung sämtliche nötigen Genehmigungen eingeholt.“

Im vergangenen Jahr kam fast die Hälfte von Astra Zenecas Testpersonen aus Südamerika, Asien und Zentral- und Osteuropa. Dagegen gingen 86 Prozent der verkauften Medikamente an westeuropäische Länder, Nordamerika und Japan.

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