Tele 2-Kunden können erst mal beruhigt sein (Foto: Scanpix)
FILESHARING

Neues Gesetz wird boykottiert

Nach dem Internetanbieter Bahnhof will jetzt auch der Telekombetreiber Tele 2 das neue so genannte Ipred-Gesetz zum Schutz von Urheberrechten in der Praxis boykottieren. Man werde sämtliche Nutzerdaten vernichten, die von Gerichten im Rahmen des neuen Gesetzes angefordert werden können, teilte Tele 2 mit. Bahnhof hatte vor zwei Wochen erklärt, man speichere grundsätzlich keine Angaben über Kunden.

Das Ipred-Gesetz gilt seit dem 1. April. Danach müssen Internetanbieter auf Gerichtsanforderung die zu einer IP-Nummer gehörenden Kundendaten angeben, um illegalem Filesharing auf die Spur zu kommen. Die Speicherung der Kundendaten ist laut dem Gesetz aber freiwillig. 

Mehrere Internetbetreiber äuβerten am Dienstag Unverständnis gegenüber der Ankündigung von Tele 2 zur Datenvernichtung. In der Internetausgabe der Tageszeitung Svenska Dagbladet sagte Georgi Ganev, Chef von Bredbandsbolaget, ihm sei unklar, wie man sämtliche Anwenderangaben löschen und gleichzeitig die Netzsicherheit aufrecht erhalten könne. ”Wir gehen von der Sicherheit der Kunden aus”, so Ganev. ”Wir können IP-Adressen nicht löschen. Wir müssen sie eine geraume Zeitlang speichern, um Spionage und Sabotage vorzubeugen und schwere Verbrechen rückverfolgen zu können.” Auch unter anderem von Telia Sonera hieβ es, man speichere Angaben ”für kürzere Zeit” mit Blick auf die Sicherheit im Internet.

Die vier bürgerlichen Koalitionsparteien hatten das Ipred-Gesetz im Februar gemeinsam mit den Stimmen der Sozialdemokraten verabschiedet.

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