Linker Block

Lundby-Wedin begegnet fallender Wählerunterstützung mit Optimismus

Wanja Lundby-Wedin, Vorsitzende des Dachverbandes der schwedischen Arbeitergewerkschaften (LO) und wichtiges Profil der sozialdemokratischen Partei durchlebt eine politisch schwierige Periode. Lundby-Wedin hält ihre Reden zum ersten Mai in Stockholm und Umgebung, dabei ist sie sich der harschen Kritik aus den eigenen Reihen sehr bewusst.

Lundby-Wedin hatte in ihrer Eigenschaft als Aufsichtsratsmitglied des Pensionsfonds-Unternehmens AMF eine Abfindung von drei Millionen Euro für den scheidenden Direktor von AMF gebilligt, während Rentner und Pensionäre Kürzungen ihrer AMF-Ruhegelder hinnehmen müssen. Als die Meinungsumfragen nach Bekanntwerden dieses Sachverhalts innerhalb eines Monats einen Stimmerverlust von 250 000 Wählern für die Sozialdemokraten zeigten, gab die Partei der Gewerkschaftsvorsitzenden die Schuld.

Die Vorsitzende der Sozialdemokraten, Mona Sahlin, machte Lundby-Wedin persönlich für die Verluste verantwortlich.

Wanja Lundby-Wedin selbst betont in einem Interview des Schwedischen Rundfunks, dass sie weiterhin viel für ihre Partei tun könne: „Ich glaube, wenn die Mitglieder meinen, dass ich sie richtig vertrete, kann ich der Partei von großem Nutzen sein. Ich habe deutlich gesagt, was ich von den enorm hohen Chefsgehältern halte. In dieser Frage müssen wir alle Wirtschaftsbranchen und die ganze Gesellschaft abklopfen. Ich vertrete dabei selbstverständlich die Interessen unserer Mitglieder. Und das kann ich, auch wenn man mir von außen dieses negative Image aufgedrückt hat.“

Nicht nur ein Führungsfehler
Die Krise der schwedischen Sozialdemokraten will die Gewerkschaftschefin aus einer breiteren Perspektive interpretieren. So sei die Wählerflucht vor allem darauf zurückzuführen, dass die Wähler sich in einer Wirtschaftskrise hinter die Regierung stellen. Und die sei in Schweden zurzeit nun mal eine bürgerliche Vierparteienkoalition.

„Ich glaube, diese Unterstützung wird geringer, wenn mehr Menschen arbeitslos werden und merken, dass die Politik der Regierung sie nicht genügend schützen kann. Natürlich hat auch die AMF-Frage zum Wählerschwund beigetragen“, räumt die Gewerkschaftschefin ein. „Aber wenn ich die Meinungsumfragen so betrachte, finde ich sie doch recht normal. Ungefähr ein Jahr vor den Parlamentswahlen ist die Verteilung zwischen den beiden großen Blöcken immer ungefähr so gleichmäßig, wie jetzt.“

Eine Frage der Wahl
Abgesehen davon – fügt Wanja Lundby-Wedin hinzu - stehen die Wahlen zum Europaparlament vor der Tür, ein Ereignis, dass die bürgerlichen Wähler mehr mobilisiere als die des linken Blocks. Bis zu den Parlamentswahlen im Herbst 2010 sieht die Gewerkschaftschefin für die linke Flanke also durchaus noch Wachstumspotential.

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