In einigen schwedischen Nezirken hat es innerhalb von zehn Jahren keine einzige Anzeige wegen Sexkaufs gegeben (Foto: Ola Torkelsson/Scanpix)
PROSTITUTION

Sexkauf trotz Verbots populär

Trotz gesetzlichen Verbots und zu erwartender Strafen ist das Interesse am Kauf sexueller Dienste in Schweden weiterhin stark verbreitet. Dies belegt eine landesweite Untersuchung des Schwedischen Rundfunks.

Mehrere Lokalfunkstationen hatten fingierte Annoncen für den Verkauf von Sex aufgegeben. Innerhalb einer Woche seien  daraufhin an die 1000 Antworten per E-Mail und Telefon eingegangen, hieβ es in einem Rundfunkbericht.

Seit 1999 ist der Kauf sexueller Dienste in Schweden verboten, während der Verkauf nicht unter Strafe steht. Sex-Käufer müssen mit Geldstrafen oder mit Gefängnis bis zu sechs Monaten rechnen. Eine anonym bleibende Prostituierte sagte im Schwedischen Rundfunk, das Gesetz sei jedoch wirkungslos. Die Kunden hätten keine Angst vor Strafen, ”wenn wir das ganze diskret regeln”.

Laut Patrik Cederlöf, verantwortlich für die landesweite Koordinierung der Arbeit  gegen Prostitution und Menschenhandel, spiegelt die hohe Zahl der Antworten auf die fingierten Kontaktannoncen die Realität wider: ”Das verwundert mich nicht. Es bestätigt nur, was wir stets betont haben: Die Nachfrage ist groβ, nicht nur in Groβstädten, sondern auch in kleinen Orten”, so Cederlöf. ”Es ist eine Frage der Verteillung der Ressourcen, ob man dem Problem beikommen kann.” 

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