Der Oberste Gerichtshof
JUSTIZ

Präzedenzfall in Sachen Notwehr?

Der Oberste Gerichtshof hat am Mittwoch einen Mann freigesprochen, der sich gegen einen aggressiven Nachbarn verteidigt hatte und daraufhin in vorangegangenen Instanzen zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden war.

Laut dem Richterspruch hatte der Mann das Recht, sich zu verteidigen. Es sei entschuldbar, dass er das Maβ der Gewaltanwendung nicht habe begrenzen können, so das Oberste Gericht weiter.

Der aggressive Nachbar des nun Freigesprochenen hatte die Anwohner mehrere Jahre lang drangsaliert. Im Februar 2005 hatte der Nachbar mit seinem Traktor die Haustür des Mannes blockiert und ihn dann mit einem Messer angegriffen. Der Angegriffene hatte den Angreifer daraufhin mit einem Hammer geschlagen. Daraufhin war er in erster und zweiter Instanz wegen schwerer Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe verurteilt worden.

Auch das Oberste Gericht äuβerte jetzt die Auffassung, der Angegriffene habe in der Notwehr mehr Gewalt als notwendig angewendet. Es sei für ihn aber in der aktuellen Situation gewiss schwer gewesen, sich zu besinnen. Beobachter sprachen von einem möglichen Präzedenzfall im Bezug auf Notwehr.

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