Überlebende ehren Opfer in Ruanda (Foto: Sayyid Azim/PRB)
RUANDA

Auslieferung nach Ruanda?

Vor dem Obersten Gerichtshof wird seit Donnerstag über die Auslieferung eines Hauptverdächtigen für den Völkermord in Ruanda in den 1990er-Jahren verhandelt. Der 53-Jährige soll unter anderem 1994 in dem ostafrikanischen Land an der Ermordung einer 25-köpfigen Tutsi-Familie beteiligt gewesen  sein.

Der Mann, der offiziell in Dänemark wohnhaft ist und dort den Status eines Flüchtlings hat, war im vergangenen Sommer im Stockholmer Vorort Täby festgenommen worden. Zuvor war er in Dänemark wegen Völkermordes zu einer Gefängnisstrafe verurteilt, nach elf Monaten aber aus Mangel an Beweisen wieder aus der Haft entlassen und finanziell entschädigt worden. Von Seiten Ruandas liegt ein Auslieferungsersuchen vor.

Beim Völkermord in Ruanda waren innerhalb weniger Monate rund 800.000 Menschen auf vielfach bestialische Weise ermordet worden. Bisher ist kein europäisches Land Auslieferungsforderungen von Seiten Ruandas nachgekommen. 

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