Lässt das Gesetz prüfen: Justizministerin Beatrice Ask
JUSTIZ

Vergewaltigung: Gesetz zahnlos?

Trotz stetig steigender Anzeigen wegen Vergewaltigung in den vergangenen Jahren ist die Zahl der Fälle, die letztlich vor Gericht verhandelt werden, nicht gestiegen. Zwei Forscher fordern jetzt eine Gesetzesänderung mit dem Ziel, mehr Täter verurteilen zu können.

Zwischen 2000 und 2008 ist die Zahl angezeigter Fälle von Vergewaltigung in Schweden von 2026 auf 5379 gestiegen. In den Gerichtsverhandlungen spiegele sich diese Tendenz jedoch nicht wieder, betonen die Juristen Eva Diesen und Christian Diesen in ihrem in dieser Woche erscheinenden Buch ”Übergriffe gegen Frauen und Kinder”.

Wie die Tageszeitung Dagens Nyheter schreibt, muss das Gesetz nach Auffassung der beiden Forscher dahingehend geändert werden, dass der Beschuldigte, zumeist also der Mann, die Zustimmung des Klägers, zumeist der Frau, zu der sexuellen Handlung nachweisen muss. Justizministerin Beatrice Ask sagte auf Anfrage der Zeitung, sie habe noch keine Gelegenheit gehabt, das Buch zu studieren. Gleichwohl werde das 2005 reformierte Sexualstrafgesetz derzeit in Regierungsauftrag einer Untersuchung unterzogen, um seine Wirksamkeit in der Praxis feststellen zu können.

Nach einer kürzlich vorgelegten EU-weiten Studie werden in keinem anderen europäischen Land auch nur annähernd so viele Fälle von Vergewaltigung angezeigt wie in Schweden. Laut der Studie liegt dies nicht vorrangig an einer hohen Bereitschaft zur Erstattung einer Anzeige. Vielmehr sei die Frequenz von Vergewaltigungen tatsächlich sehr hoch.

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