Atommüll-Endlager

Kritik an Lagerungsmethode

Der von der Gesellschaft für Kernbrennstoffhantierung gefasste Beschluss, ein Atommüll-Endlager in Östhammar, nahe dem Kernkraftwerk Forsmark, zu bauen, stößt auf Kritik.
Laut dem Geschäftsführer der Kernbrennstoffhantierung wählte man den Standort Forsmark allein aus Sicherheitsgründen. „Langfristige Sicherheit war ausschlaggebend für die Entscheidung. In Forsmark ist das Gestein sehr homogen und dicht, und damit eine sehr effektive Barriere“.

Eingeschlossen in fünf Zentimeter dicke Kupferummantelungen sollen die Brennstäbe in 500 Metern Tiefe 100 000 Jahre lang gelagert werden. Kupfer wurde gewählt, weil es als extrem korrosionsbeständig gilt. Doch hier werden Zweifel angemeldet. Materialforscher Peter Szákalos von der Königlichen Technischen Hochschule in Stockholm hat Korrosionsversuche mit Kupfer durchgeführt und hält Kupfer für weit korrosionsanfälliger als bisher angenommen. Um 100 000 Jahre haltbar zu sein, müsste die Kupferummantelung einen Meter dick sein, statt fünf Zentimeter. „Das sind ernste Konsequenzen für das schwedische Lagerkonzept. Aufgrund der Korrosion werden die Kupferkapseln innerhalb von 1000 Jahren kollabieren.“ Doch die Kernbrennstoff-Gesellschaft hat sich auf die Kupfermethode, an deren Entwicklung man seit 30 Jahren arbeitet, festgelegt. Kritiker fordern, dass auch alternative Methoden eingehend geprüft werden. Die Festlegung auf einen Standort sei daher zum jetzigen Zeitpunkt ungünstig, denn für andere Methoden eigne sich vielleicht ein anderer Standort besser. Umweltminister Andreas Carlgren von der Zentrumspartei, die selbst seit Jahrzehnten vehement gegen die Kernkraft kämpft, kommentierte, das letzte Wort in Sachen Endlagerung sei noch nicht gesprochen. „Ich habe mich noch nicht festgelegt, dass dies die richtige Methode ist. Und ich werde ein Nagel im Auge der Verantwortlichen sein, um zuzusehen, dass die ihre Arbeit ordentlich zu Ende führen und dranbleiben, bis eine wirklich haltbare Lösung gefunden ist.

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