Iran-Demonstrationen

Liberale Kritik am Außenminister

Schwedens Außenminister Carl Bildt hat Kritik aus den eigenen Koalitionsreihen an Schwedens offizieller Haltung zu den Demonstrationen im Iran zurückgewiesen. Die außenpolitische Sprecherin der Liberalen, Birgitta Ohlsson, hatte die offizielle schwedische Linie als zu zahm gegeißelt. „Bei weiter anhaltenden Unruhen sollte die EU ihre 27 Botschafter aus dem Iran abziehen und vor allem sollten wir hier in Schweden den iranischen Botschafter ins Außenministerium einbestellen.“ So Birgitta Ohlsson. Bildt entgegnete hierauf. „Selbstverständlich wäre es eine Möglichkeit, Botschafter zurückzurufen. Eine ziemlich dumme Möglichkeit. Denn im Moment brauchen wir sie dort im Iran, um Bericht zu erstatten. Botschafter abzuziehen wäre, als ob man sagt, man soll alle Korrespondenten zurückrufen. Dann erfahren wir ja nicht, was dort vorgeht. In dieser Lage unsere Augen und Ohren zu schließen, wäre ziemlich unbedacht.“


Der Medienkritik, Schwedens Regierung habe zu lange mit einer Stellungnahme gezögert, begegnete Bildt mit einem Hinweis auf ein Statement aller 27 EU-Außenminister am vergangenen Montag. „Wenn in Schweden darüber auch wenig berichtet wurde, so hat dies jedoch im Iran Aufmerksamkeit erweckt, mit der Folge, dass Iran Vertreter der EU zu Gesprächen gebeten hat und dagegen protestiert, dass wir uns in interne Angelegenheiten einmischten“, so Außenminister Carl Bildt. Schweden übernimmt am 1. Juli die Ratspräsidentschaft der EU.