Saab-Übernahme

Erleichterung in Trollhättan - Vorsichtig positiv seitens schwedischer Experten

Am Saab-Heimatstandort Trollhättan wurde die Nachricht vom Kauf von Saab durch den Luxuswagenhersteller Koenigsegg mit Erleichterung aufgenommen. Positiv sehen die Mitarbeiter vor allem die Tatsache, dass einheimisch schwedische Interessen den angeschlagenen Autohersteller übernehmen. Welche Zukunft Saab erwartet, darüber herrscht jedoch nach wie vor Unklarheit. Christian von Koenigsegg, Gründer und Geschäftsführer der Koenigsegg-Gruppe, wollte nur eine grobe Richtung abstecken, aber keine Details bekannt geben.

„Große Konzerne haben im Laufe der Jahrzehnte mit wechselndem Erfolg versucht, Saab in ein erfolgreiches Unternehmen zu verwandeln. Wir gehen stattdessen mit der Perspektive des Entrepreneurs an die Sache heran, und haben natürlich die Ambition, mit dieser neuen, frischen Angriffsweise erfolgreich zu sein.“ Koenigsegg versicherte auch, dass Saab, zumindest zu Anfang, weiter arbeiten werde wie gehabt. Mats Carlsson, Automobilanalyst beim Göteborg Management Institute, sieht die Möglichkeit, dass Saab durch Koenigsegg zu seinen Wurzeln als technischer Innovateur zurückfindet: „Koenigsegg arbeitet anders, man entwickelt Innovationen, die man dann auf den Markt bringt, und da hat Saab ja eine starke Tradition, man denke an den Turbo, den Saab als erste in Produktion brachte.“ Wirtschaftsministerin Maud Olofsson zeigte sich hingegen deutlich abwartend. Da weiterhin unklar ist, wie die Finanzierung genau aussehen soll, fordert sie zunächst eine Klarlegung der Fakten auch für die Regierung. „Man hat bisher zu uns sehr wenig gesagt. Vor allem hat man sich auf die Verhandlungen mit GM konzentriert. Das einzige, was man gesagt hat, ist, dass man in Schweden Autos bauen will. In welchem Umfang das geschehen wird, das muss sich ja erst noch zeigen.“ Bevor staatliche Kreditgarantien gewährt werden, verlangt die Wirtschaftsministerin handfeste Finanzgarantien von den neuen Eigentümern. Unterdessen schreitet das Insolvenzverfahren voran. In einem Vergleich vor dem Amtsgericht Vänersborg erließen die Gläubiger Saab am Mittwoch 75 Prozent ihrer Forderungen. Saab will diese Schulden aus eigener Kasse bezahlen. Gelder der zukünftigen Eigentümer sollen nicht zur Tilgung alter Schulden notwendig sein, beteuerte Saab-Geschäftsführer Jan-Åke Jonsson gegenüber der Nachrichtenagentur tt.