Ehrengewalt

Außenministerium rät zu Passkopien und extra Handy

Zehn Jahre nach dem Ehrenmord an der jungen Kurdin Pela Atroshi erteilt das schwedische Außenministerium zu Beginn der diesjährigen Sommerferien allgemeine Ratschläge an junge Leute, die gegen ihren Willen in die Heimatländer ihrer Eltern fahren und dort Gefahr laufen, Verbrechen ausgesetzt zu werden.

Den vornehmlich jungen Frauen wird geraten, sich vor der Reise bei ihrem zuständigen Sozialamt um Hilfe zu bitten, die Reise zu verhindern. Sollte die Reise dennoch stattfinden, rät das Außenministerium, Passkopien anzufertigen sowie ein zusätzliches funktionierendes Handy im Gepäck mitzuführen sowie sich Adressen und Telefonnummern schwedischer Behörden im Gedächtnis einzuprägen, um im Notfall anrufen zu können.
Die gegen Ehrengewalt arbeitende Organisation „Glöm aldrig Pela och Fadime“ hat die Ratschläge als zu wenig weitgehend kritisiert. Pela Atroshi wurde vor zehn Jahren im Irak von zwei nahen Angehörigen ermordet.