ATOMKRAFT

Ernste Mängel in Atomkraftwerk

Das schwedische Atomkraftwerk Ringhals weist bezüglich seiner Sicherheitsroutinen so gravierende Mängel auf, dass es unter verschärfte Aufsicht gestellt werden muss. Dies hat die Atomaufsichtsbehörde am Mittwoch entschieden. In dem von den Energiekonzernen Vattenfall und E.ON betriebenen Atomkraftwerk hatte es in jüngster Zeit eine Reihe von Störfällen gegeben.

Der jüngste Störfall in der höchsten Gefahrenkategorie eins war im Januar eingetreten, als eine automatische Sicherheitsfunktion nicht in Gang kam.

Leif Karlsson, amtierender Leiter der Behörde, sagte im Schwedischen Rundfunk, die besondere Aufsicht gelte für sämtliche vier Reaktoren. "Wir haben Probleme an verschiedenen Stellen in Ringhals gefunden. Daher gehen wir davon aus, dass es nicht nur in einem einzelnen Reaktor Probleme gibt. Das kann im Zusammenhang damit stehen, was wir als Sicherheitskultur bezeichnen: Werden Regeln nicht befolgt, kann man dies als Zeichen dafür deuten, dass die Sicherheitskultur nicht ist, wie sie sein sollte."

Schweden hat drei Atomkraftwerke mit insgesamt zehn Reaktoren, die für etwa die Hälfte der schwedischen Energieversorgung stehen. In den vergangenen Jahren war es in den Atomkraftwerken wiederholt zu Störfällen gekommen. Gleichwohl sind in der Geschichte bisher erst zweimal Atomkraftwerke unter besondere Aufsicht gestellt worden.

(28.10.2008)

(16.10.2008)

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