Chemie bei Mückenbekämpfung im Naturschutzgebiet

Schweden hat sich angesichts der ungewöhnlich heftigen Mückenplage in diesem Jahr zu einem nachdrücklicheren Vorgehen gegen die lästigen Stechtiere entschlossen. Die schwedische Naturschutzbehörde (Naturvardsverket) lässt in besonders betroffenen Naturschutzgebieten der Region Dalarna den Einsatz von Chemikalien zu.

Nach intensiven Regengüssen in den vergangenen Wochen ist die Situation dort für die Bewohner besonders akut. Viele Menschen gehen möglichst nicht ins Freie.

Bereits im Juni hatte die Naturschutzbehörde in der Umgebung des Nationalparks Färnebofjärden auf ungefähr 2.000 Hektar Sumpf das biologische Mückenbekämpfungsmittel Bti gespritzt. Die Maßnahme reichte jedoch nicht aus. 

Auswirkungen des Klimawandels
Die Naturschutzbehörde erwägt den Einsatz stärkerer chemischer Mittel und betont, dass die Genehmigung für solche Insektizide im Naturpark nur bis zum Ende der Saison gilt. Die Auswirkungen auf die Umwelt würden genauestens untersucht.

Wissenschaftler erwarten, dass extreme Mückenplagen in Schweden im Zuge des Klimawandels häufiger werden. Der jüngste vergleichbare „Mückensommer“ war im Jahr 2000. Normalerweise sind nur die nördlichen und besonders sumpfigen Gegenden Schwedens stark von Insektenplagen betroffen. Die Biologin Martina Schäfer von der Universität Uppsala, rechnet mit explosionsartigen Mückenvermehrungen in ganz Schweden innerhalb von 80 Jahren.