Aufstieg gestoppt? Thomas Bodström
REICHSTAG

Bodström in der Kritik

Reichstagspräsident Per Westerberg hat am Montag im Schwedischen Rundfunk eine Untersuchung der Regeln für die Abwesenheit von Votierungen angekündigt. Hintergrund ist die Kritik gegen den früheren Justizminister und sozialdemokratischen Spitzenkandidaten für die Reichstagswahlen 2010 in Stockholm, Thomas Bodström. Wie der private Fernsehsender TV4 enthüllt hatte, war Bodström bei 53 Prozent aller bisherigen Reichstags-Abstimmungen in diesem Jahr abwesend gewesen. Mehrfach war er stattdessen privaten Aufträgen als Anwalt nachgegangen.

Gegenüber TV4 hatte er die Beschuldigungen mit dem Argument zurückgewiesen, es sei "üblich, eine Arbeit zu haben, während man im Reichstag sitzt". Es gebe "viele", die ebenso verführen wie er.

Reichstagspräsident Westerberg hatte am Wochenende gegen Bodström auch Vorwürfe in einer anderen Angelegenheit erhoben. Zum Bewerben eines von ihm verfassten Kriminalromans hatte Bodström einen Trailer im Reichstag einspielen lassen. Laut Westerberg widerspricht dies den für den Reichstag geltenden Regeln. Bodström verteidigte sich, er habe für die Dreharbeiten die Zustimmung eines Wachmanns erhalten.

Mit dem 2008 erschienenen Kriminalroman "Rymmaren" (Der Ausbrecher) war die Kritik in Schweden herb umgesprungen. Die Tageszeitung Dagens Nyheter hatte Bodströms Werk als "nahezu unlesbar" bezeichnet.

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