Parteitag der „Schwedendemokraten“

Wähler der „Schwedendemokraten“ oft Außenseiter

Die Debatte über den Umgang der etablierten Parteien mit der fremdenfeindlichen Partei „Schwedendemokraten“ geht weiter. Nach der neuesten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Synovate würden die „Schwedendemokraten“ 3,9 Prozent der Stimmen bekommen, wenn jetzt Wahl wäre. Damit kamen sie nahe an die Vier-Prozent-Hürde für das schwedische Parlament. Die nächsten Wahlen finden im September 2010 statt. Mehrere wissenschaftliche Untersuchungen haben sich mit der sozialen Zusammensetzung der „schwedendemokratischen“ Wählerschaft befasst.

Die Politologen Sören Holmberg und Henrik Oscarsson haben die Wählerschaft der „Schwedendemokraten“ (SD) bei den letzten Parlamentswahlen 2006 untersucht. In ihrer Studie stellen sie eine Überrepräsentation von SD-Wählern bei Arbeitern, bei Menschen mit niedriger formaler Bildung und bei Personen in ländlichen Gebieten fest.

Nach einer Zusammenstellung von Umfragen vor den Wahllokalen –Exitpolls - des Schwedischen Fernsehens, sind Männer und junge Menschen stärker bei Anhängern der „Schwedendemokraten“ vertreten als bei anderen Parteien. Die Wähler der „Schwedendemokraten“ kommen sowohl aus dem linken als aus dem rechten Spektrum, betrachten sich selbst aber im Allgemeinen eher als Rechte.

Die Volkswirtin Marika Lindgren-Åsbrink hat 2007 untersucht, was Gemeinden auszeichnet, in denen der Anteil SD-Wähler besonders hoch ist. Ihre Studie bestätigt, dass besonders Personen mit geringer Bildung, Arbeitslose und jüngere Menschen die „Schwedendemokraten“ unterstützen. Sie zeigt zusätzlich, dass hohe Kriminalität und Krankheitsfälle im Umfeld der Wähler die Sympathien für die „Schwedendemokraten“ erhöhen. Menschen, die unter schwierigen sozialen Bedingungen leben, lassen sich demnach leichter für die Ideologie der „Schwedendemokraten“ gewinnen.

Berührungsängste
Zudem zeigt Lindgren-Åsbrinks Untersuchung eine Verbindung zwischen der Zahl der Einwanderer in einer Gemeinde und der Unterstützung für die fremdenfeindliche Partei: Je mehr Einwanderer in der jeweiligen Gemeinde leben, desto geringer sind dort die Sympathien für die „Schwedendemokraten“. Möglicherweise sind Menschen, die Einwanderern im Alltag häufig begegnen, aufgrund ihrer Erfahrungen weniger fremdenfeindlich. Der Abstand zu Menschen mit anderer Herkunft in Kombination mit sozialen Problemen hingegen schaffe Ängste, interpretiert Håkan Boström in der Tageszeitung „Dagens Nyheter“ dieses Ergebnis der Studie.

Diese These wird auch von einer sozialdemokratischen Wahlanalyse über die „Schwedendemokraten“ in den einzelnen Wahldistrikten von Malmö bestätigt. Die SD-Hochburgen zeichnen sich im sozialen Vergleich durch einen relativ niedrigen Bildungsgrad aus, aber auch durch vergleichsweise gute Einkünfte, zahlreiche Eigentumswohnungen und kleinere Einfamilienhäuser.

Insgesamt deuten die Studien darauf hin, dass die Erfolge der „Schwedendemokraten“ nicht nur auf eine misslungene Integrationspolitik dieser oder früherer Regierungen zurückzuführen sind. Die etablierten Parteien müssten auch dafür sorgen, potenzielle Anhänger der „Schwedendemokraten“ sozial besser zu integrieren.

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