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Apothekenmonopol verstößt gegen Konkurrenzregeln

Das staatliche Apothekenmonopol verstößt gegen die Konkurrenzregeln der EU, meint der Generalanwalt des Europäischen Gerichtshofs, Philippe Léger. Seine Aussage nimmt in den meisten Fällen die Entscheidung des Gerichtshofes vorweg - für die Regierung steht also zu befürchten, dass die Tage der Apotheke in staatlicher Hand gezählt sind. Dann könnten rezeptfreie Medikamente schon bald im Supermarkt erhältlich sein. Und der Einzelhandel freut sich bereits.

Wie schnell kann der Kranke an sein Medikament kommen? Um diese Frage kreist die Diskussion, wenn es um Erhalt oder Abschaffung des Apothekenmonopols geht. Die Befürworter des Apothekenmonopols befürchten, gerade Menschen in dünner besiedelten Gegenden würden benachteiligt. Denn durch den Wettbewerb würden die Apotheken mittelfristig vom Markt verdrängt. Die Kunden wären also auf ein willkürlich ausgewähltes Sortiment im Supermarkt angewiesen.

Für die Gegner vom alleinigen Verkaufsrecht der Apotheke ist das kein Problem. Sie sind der Auffassung, dass der Verkauf von Schmerztabletten oder Nikotinpflastern im Supermarkt gerade gut für die Kunden sei. So meint Tomas Svanton vom schwedischen Einzelhandelsverband: „Alle Supermärkte haben eine große Abteilung mit Pflegeprodukten, und diese Abteilung wird ganz einfach kompletter, wenn sie auch eine begrenzte Anzahl rezeptfreier Medikamente anbietet."

Dieser saloppe Umgang mit Arzneien treibt die Pharmazeuten auf die Barrikaden. Thony Björk, Sprecher des staatlichen Arzneimittelvertriebs, sieht die Kompetenz der Fachleute beschnitten: „Medikamente sind keine normalen Verkaufsgüter. Sie haben positive Effekte, aber eben auch Nebenwirkungen. Man muss also vernünftig informiert und beraten werden können." Und das sei von einem gewöhnlichen Angestellten im Supermarkt kaum zu erwarten.

Tomas Svanton vom Einzelhandelsverband hält dagegen: „Der Nutzen für den Kunden ist Folgender: Sobald er sich unwohl fühlt, kann er sofort Abhilfe schaffen."

Das klingt zwar nach Service im Kundeninteresse, doch bei dem Gerangel um die Verkaufsrechte geht es natürlich in erster Linie um Geld: Knapp 280 Millionen Euro spült der Verkauf der rezeptfreien Medikamente derzeit in die Apothekenkassen. An dieser Summe teilhaftig zu werden, sieht Jonas Hellberg, Chef eines Supermarktes in Stockholm, schon mit glänzenden Augen entgegen: „Wenn die Kunden diese Produkte hier kaufen wollen, ist es natürlich schön, diesen Wunsch erfüllen zu können. Jetzt müssen wir erstmal abwarten, welche Bedingungen die Regierung im Herbst stellt, damit wir verkaufen dürfen. Aber es ist doch klar, dass wir das wollen."

Entscheidung im Herbst
Im Herbst wird der Europäische Gerichtshof entscheiden, ob das schwedische Apothekenmonopol bald der Vergangenheit angehört. Die Verlautbarungen von Generalanwalt Philippe Léger weisen in diese Richtung und in rund 90% aller Fragen folgt der Gerichtshof seinem Urteil. Die Regierung Persson setzt nun ihre Hoffnung auf eine große Ausnahme: Im Falle des Alkoholmonopols stimmte der Gerichtshof gegen ihren Generalanwalt - und so bleiben die staatlichen Verkaufsstellen den Schweden bis auf weiteres erhalten.

Liv Heidbüchel
26.4.2004

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