Immer weniger Überstunden abgebummelt

Die Angestelltengewerkschaft „Unionen“ ist besorgt darüber, dass immer mehr Arbeitnehmer ihr Recht auf Kompensation von Überstunden gegen einen verlängerten Urlaub eintauschen. Dadurch erhöhe sich der Stress am Arbeitsplatz, so die Gewerkschaftsvorsitzende Cecilia Fahlberg: „Die Ansprüche an die Angestellten in Schweden und der Druck, der auf ihnen lastet, werden immer höher. Da spielt natürlich auch die schlechte Konjunktur eine Rolle, weil man Angst um seinen Arbeitsplatz hat. Man versucht alles und kämpft.“

Nach Angaben der Gewerkschaft lassen sich immer mehr Angestellte auf einen schlechten Kuhhandel ein und tauschen das Recht auf das Abbummeln von Überstunden gegen mehr Geld oder mehr Urlaubstage ein. Im Prinzip funktioniere das zwar nicht schlecht. Doch gleichzeitig verzichte der Angestellte dabei auch auf die Möglichkeit, seinen Arbeitstag selbst zu gestalten. Also etwa als Ausgleich für geleistete Überstunden an einem Tag früher zu gehen oder später zu kommen.

Hinzu kommt der wachsende Druck auf dem Arbeitsmarkt. So berichtet „Unionen“, dass rund ein Viertel ihrer Mitglieder den Vorschlag der Arbeitgeber angenommen haben und auf Überstundenkompensation verzichten. Die Gewerkschaft will dieses Thema deshalb auch bei den nächsten Tarifverhandlungen mit auf die Tagesordnung bringen, so Fahlberg: „Wir müssen mehr auf die Möglichkeit achten, die Arbeitszeit mit zu beeinflussen. Unsere Forderung muss sein, die Arbeitszeiten zu kontrollieren und auf die Stressbelastung zu achten. Man ist ständig erreichbar, ständig online.“

 Eine bessere Regelung der Arbeitszeiten würde nach Ansicht der Gewerkschaft auch dazu führen, den Stress und damit die Anzahl der Krankschreibungen deutlich zu reduzieren.

 Dieter Weiand