1 av 2
Die Zukunft von Saab liegt im Ungewissen
2 av 2
Plant nicht mehr mit Saab, Christian von Koenigsegg
Saab-Koenigsegg

Deal offenbar geplatzt Saab vor dem Aus?

Der Sportwagenhersteller Koenigsegg zieht sich von dem angekündigten Kauf des schwedischen Automobilherstellers Saab zurück. Dies gab der Vorsitzende der Koenigsegg Group, Christian von Koenigsegg, am Dienstagabend bekannt. Die Chancen für ein Überleben von Saab im westschwedischen Trollhättan sind damit gesunken.

Unter den Saab-Mitarbeitern ist die Stimmung an diesem Mittwoch gedämpft. „Nun müssen wir abwarten, wie GM weiter verfährt“, so Håkan Sörensen, seit 28 Jahren bei Saab dabei. „Man ist ja schon ein bisschen demütig und abgebrüht geworden nach allem, was man so bei Saab erlebt hat – aber ich fühle mich natürlich nicht gut.“ Am Saab-Standort Trollhättan hatten in den vergangenen Monaten groβe Hoffnungen auf Koenigsegg geruht – Hoffnungen freilich, die wohl zu groβen Teilen Wunschdenken entsprangen. Bei Branchenexperten hatte es von Anfang an Mutmaβungen gegeben, der kleine Sportwagenhersteller lasse bei dem Geschäft allzu unbekümmert die Muskeln spielen. So war die Finanzierung längst noch nicht geklärt gewesen. „Wir haben die ganze Zeit kritisiert, dass mehr freies Kapital nötig wäre, um möglichen Überraschungen im Geschäftsverlauf Paroli bieten zu können“, beschrieb Staatssekretär Jöran Hägglund die Skepsis, die auch auf Seiten der schwedischen Regierung geherrscht hatte.

„Es lag am Zeitrahmen“
„Wir wollen nur das Beste für Saab und wir glauben stark an Saab“, beteuerte der Koenigsegg-Vorsitzende Christian von Koenigsegg nun am Mittwoch vor Ort in Trollhättan. Doch das Geschäft habe sich allzu sehr in die Länge gezogen. „Dass der Deal geplatzt ist, lag am Zeitrahmen. Es waren eine Menge involviert, die Zeit verging, und wir warteten auf Antworten von vielen verschiedenen Seiten.“

So hätte der Kauf noch von der EU gebilligt werden müssen – dies wiederum eine Voraussetzung für die Freigabe eines 600-Millionen-Dollar-Kredits durch die Europäische Investitionsbank. Nun also ist man wieder am Punkt Null angelangt. Während Staatssekretär Jöran Hägglund am Dienstagabend betonte, man habe Saab noch nicht aufgegeben und setze Hoffnungen in den weiteren Dialog mit General Motors, erteilte Ministerpräsident Fredrik Reinfeldt am Mittwoch Hoffnungen auf massive Hilfe durch den schwedischen Staat eine Absage:  

„Regierung kann dem Autokonzern nicht die Arbeit abnehmen“
„Wenn es nicht einmal dem weltgröβten Autokonzern gelingt, das Geschäft lohnend zu machen, ist es wohl irrig anzunehmen, ein Ministerium oder eine Regierung könne das anstelle des Autokonzerns tun.“ Damit hält die Regierung an dem Grundprinzip fest, das Wirtschaftsministerin Maud Olofsson schon vor Monaten mit den Worten formuliert hatte, man werde nicht „mit den Steuergeldern der Bürger Roulette spielen“.

Zahlreiche Experten in der Autobranche räumten dem angeschlagenen Saab unterdessen nur noch geringe Überlebenschancen ein. Mit Opel, für dessen Erhalt sich der Mutterkonzern GM schlieβlich nach allem Hin und Her dennoch entschieden hatte, könne man Saab nicht vergleichen, betonte der US-amerikanische Analyst Dennis Virag im Schwedischen Rundfunk: „Mit Opel, das war eine andere Sache. Opel ist viel wichtiger für GM, sowohl ingenieurmäβig als auch hinsichtlich des Verkaufs.“ Unterdessen zeigt sich für Saab schon neues Unheil am Horizont: Viele Zulieferer, da sind sich die Experten einig, werden nach dem geplatzten Koenigsegg-Deal ihre Kredite an Saab zurückfordern. Die Tageszeitung Svenska Dagbladet fasst die Situation zusammen: „Nur ein Wunder kann Saab jetzt noch retten."

Weitere Radio-Schweden-Artikel zu diesem Thema:

Grunden i vår journalistik är trovärdighet och opartiskhet. Sveriges Radio är oberoende i förhållande till politiska, religiösa, ekonomiska, offentliga och privata särintressen.
Du hittar dina sparade ljud i menyn under Min lista