Mit etwas Phantasie ist hier viel zu machen...

Steuerhinterziehung gang und gäbe

Systematische Steuerhinterziehung ist unter Schwedens Kleinunternehmern weitaus stärker verbreitet als bisher angenommen. Hunderttausende von ihnen, vor allem in der Restaurantbranche, riskieren jetzt mehrjährige Haftstrafen, nachdem die Steuerbehörde  umfassende Betrügereien aufgedeckt hat.

In einer der gröβten Aktionen seit ihrem Bestehen hatte die zentrale Steuerbehörde in den vergangenen anderthalb Jahren Klein- und mittlere Unternehmen unter die Lupe genommen. Kontrolliert wurden landesweit, in Stadt und Land, rund 500 Firmen mit so genanntem Barzahlungshandel, wo der Kunde in bar oder mit Karte zahlen kann. Besuch von den Kontrolleuren bekamen Cafés, Restaurants, Pizzerias, Blumenhändler, Friseure, Lebensmittelgeschäfte und Optiker. Das Ergebnis – ernüchternd: Insgesamt kam man Steuerhinterziehung im Umfang von umgerechnet rund 50 Millionen Euro auf die Spur.

”Das ist sehr viel Geld”, so Conny Svensson von der Steuerbehörde. ”Und für diejenigen, die ihr Geschäft rechtmäβig, ohne Betrügereien betreiben wollen, ist es sehr schwer, unter solchen Bedingungen in der Konkurrenz mitzuhalten.”

Manipulierte Kassen gang und gäbe

Besonders groβer Beliebtheit erfreuen sich offenbar manipulierte Kassen. Kassenregister, die umgebaut wurden, um Einnahmen zu verschleiern und somit dem Staat Steuern vorzuenthalten, entdeckte die Steuerbehörde in sämtlichen untersuchten Branschen. Nebenher bedient man sich auch traditioneller Methoden, so, indem man ganz einfach nicht alles in die Kasse eingibt, was tatsächlich verkauft worden ist. Als besonders aktiv beim Manipulieren von Kassen zeichnet sich die Cafébranche aus – von 200 kontrollierten Cafés hatten 180 eine Kasse, an der entsprechend nachgeholfen worden war. John Olofsson, der in einem Stockholmer Café arbeitet, sieht für diese betrüblichen Ziffern zwei Gründe: persönliche Gier und Druck von auβen.

”Die Leute wollen schnelles Geld verdienen, nehme ich an. Es gibt eine Menge Leute, die ein Geschäft eröffnen und auf schnelles Geld aus sind; sie betrügen ganz einfach von Anfang an. Dann gibt es diejenigen, die zum Betrug gezwungen werden, aufgrund der hohen Steuern, so der hohen Mehrwertsteuer.”

Optiker überraschend ”aktiv”

Während die Gastronomie in Sachen Steuermoral seit langem in eher zweifelhaftem Ruf steht, zeigt sich Conny Svensson von der Steuerbehörde von den Ergebnissen bei den Optikern besonders überrascht: Von den insgesamt rund zwanzig kontrollierten Vertretern dieser Zunft hatte sich immerhin ein Drittel die Mühe gemacht, die Kassen zu manipulieren; etwa die Hälfte hatte Einnahmen systematisch verschleiert. Insgesamt hat die Steuerbehörde nun rund 300 Personen angezeigt. Neben saftigen Steuernachzahlungen droht ihnen Gefängnis. Bei hohen hinterzogenen Beträgen werteten die Gerichte das Verbrechen meist als schwer, so Conny Svensson. Infolgedessen entschieden sie meist auf Haftstrafen.

Grunden i vår journalistik är trovärdighet och opartiskhet. Sveriges Radio är oberoende i förhållande till politiska, religiösa, ekonomiska, offentliga och privata särintressen.
Du hittar dina sparade ljud i menyn under Min lista