An Bord dieses nordkoreanischen Flugzeuges wurden 35 Tonnen Granaten, andere Waffen und Sprengstoff gefunden. Foto: Scanpix.
Sipri-Datenbank

Kontrolle von Charterfluganbietern

Charterflugzeuge werden für die verschiedensten Zwecke eingesetzt, unter anderem, um Hilfsgüter in Krisengebiete zu transportieren. Die Charterunternehmen vermieten ihre Flugzeuge nach rein geschäftlichen Gesichtspunkten, die nicht immer mit denen der Hilfsorganisationen übereinstimmen. Da kann es passieren, dass heute Hilfsgüter und morgen Waffen geflogen werden. Das schwedische Friedensforschungsinstitut Sipri will mit einer Datenbank die Kontrolle erleichtern.

Bei einer Zwischenlandung in Thailand entdeckten die dortigen Behörden Anfang der Woche in einem nordkoreanischen Flugzeug große Mengen Waffen und Sprengstoff. Die Besatzung wurde sofort festgenommen. Nachforschungen des Friedensforschungsinstituts Sipri in Stockholm ergaben, dass das besagte Flugzeug 2003 im Auftrag der vereinten Nationen Hilfsgüter nach Afrika transportiert hatte. Aus der Perspektive des Charterunternehmens, das seine Maschinen nach rein geschäftlichen Gesichtspunkten an den Meistbietenden vermietet, kein Problem – abgesehen von den strafrechtlichen Aspekten. Für Hilfsorganisationen, die humanitäre Lieferungen betreuen, jedoch schon.

Bisher kaum Kontrollen
Bereits im vergangenen Frühjahr wies Sipri darauf hin, dass die UN und die EU bei Hilfstransporten nicht selten Charterunternehmen beauftragen, die auch zweifelhafte Geschäfte betreiben. „Manchmal kontrollieren die Organisationen den Hintergrund der Flugunternehmen überhaupt nicht, manchmal ist es unmöglich, Informationen über Eigentümer und Besatzung zu ermitteln. Außerdem ist es meistens eilig, daher nimmt man, was man bekommen kann“, beschreibt Hugh Griffiths von Sipri die bisherige Situation.

Schnelle Info via Hotline
Um die Kontrolle der Transportlieferanten künftig zu erleichtern, nimmt Sipri zum Jahreswechsel eine Datenbank in Betrieb, in der Charterunternehmen und Besatzungen gespeichert werden, die kriminelle Handlungen begangen haben. Der Zugang wird über eine Hotline organisiert, die Hilfsorganisationen anrufen können, um rasch Auskunft zu erhalten. Erstellt wurde die Datenbank im Auftrag Schwedens während der EU-Ratspräsidentschaft. „Sicher, es geht nur um Flugzeuge. Aber wir finden es schon wichtig, dass Steuergelder, die den Zweck haben, Menschen in Not zu helfen, nicht in der Tasche von Unternehmern landen, die Waffen schmuggeln und auf diese Weise die Kriege verlängern“, sagt Hugh Griffith von Sipri.

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