Sparmassnahme

Kommunale Anschaffung: Kreativitätshütchen

Die angestrengte finanzielle Situation zwingt Schwedens Kommunen derzeit, Ausgaben genau zu überdenken. Im südschwedischen Laholm hat man sich gleichwohl zu einer Investition der besonderen Art entschlossen: Für umgerechnet rund 1 800 Euro erwarb die Chefin der Kommunalverwaltung, Kristina Kosunen-Eriksson, 60 farbenfrohe Hüttchen. Die Kopfbedeckungen sollen die Häupter der Abteilungsleiter zieren und sie ermuntern, Probleme künftig auf neue, kreativere Art zu lösen.

Im Schwedischen Rundfunk begründete Kosunen-Eriksson ihre Kaufentscheidung: „Die Sache ist die, dass ich kürzlich an einer Ausbildung für Führungskräfte teilgenommen habe. Dabei kam ich mit einer Denkmethode in Berührung, die von einem Engländer namens Edward de Borno stammt. Das hat mich inspiriert. Es geht darum, Fragen auf neue Art anzugehen, von verschiedenen Blickwinkeln aus - und die sechs verschiedenen Farben der Hüte repräsentieren denn auch verschiedene Denkweisen."

Die Kopfbedeckungen in der Form eines klassischen Sonnenhuts sind in Weiβ, Rot, Grün, Blau, Gelb und Schwarz gehalten. Ein bunter Mix also. Denn: Nicht im alten Trott zu verharren, sondern fix und flexibel zu sein, sei schlieβlich das A und O angesichts kommender Herausforderungen, meint die Kommunal-Chefin. Jeden Tag müssen Kosunen-Erikssons Untergebene die Hüte freilich nicht tragen.

Zum besonderen Anlass
„Nein, nur bei bestimmten Gelegenheiten, wenn es um sehr problematische Dinge geht und man sich diesen Problemen mit einer neuen Sichtweise nähern muss. Der rote Hut steht für Kreativität und Emotionen, man muss nicht gleich daran denken, ob alles realistisch und praktisch durchführbar ist; Schwarz sieht vor allem Risiken und Gefahren; wer einen grünen Hut trägt, der darf kreativ und positiv gesinnt sein, Weiβ sammelt Fakten und ist objektiv. Ich als Leiterin trage meist den blauen und fasse alles zusammen."

Den behutsamen Einwand, dass das alles gelinde gesagt seltsam klinge, weist Kristina Kosunen-Eriksson strikt zurück: „Das ist keineswegs so seltsam. In der Kommune Laholm stehen wir am Beginn eines Entwicklungsprozesses, und wir gehen davon aus, dass wir die Hüte häufig anwenden werden. Bei zehnfacher Anwendung bedeutet das einen Kostenpunkt von 30 Kronen, etwa 3 Euro, pro Person. Eine Ausgabe, die sich lohnt" - findet jedenfalls Kristina Kosunen-Eriksson. Ihr Rat an alle, die davon immer noch nicht überzeugt sind: „Man muss die Frage aus einer ganzheitlichen Perspektive heraus sehen."

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