"Frühere Regierung muss sich erklären": Auβenminister Carl Bildt
MILITÄR

Voruntersuchung zu versenktem Atommüll

Zu den Angaben, wonach sowjetisches Militär in den 1990er-Jahren vor der schwedischen Küste chemische Waffen und radioaktiven Abfall versenkt haben soll, ist eine Voruntersuchung eingeleitet worden.

Dies bestätigte Mats Palm, Leitender Staatsanwalt bei der Abteilung für Umwelt- und Arbeitsumweltkriminalität, im Schwedischen Fernsehen. Seine Abteilung habe eine entsprechende Anzeige bereits im Frühjahr 2009 entgegengenommen, sagte Palm. Die bisherigen Untersuchungen lieβen darauf schlieβen, dass ein Verbrechen vorliege.

Das Schwedische Fernsehen hatte am Mittwochabend unter Berufung auf einen schwedischen Geheimagenten berichtet, zwischen 1989 und 1992 seien von einem sowjetischen Flottenstützpunkt regelmäβig an zwei Stellen östlich der Ostseeinsel Gotland chemische Waffen und radioaktiver Abfall versenkt worden. Dem militärischen Geheimdienst MUST liegen laut SVT drei Berichte zu dem Sachverhalt vor. Die damalige sozialdemokratische Regierung soll von den Vorwürfen gewusst, jedoch nichts unternommen haben.

Staatsanwalt Mats Palm sagte der Nachrichtenagentur TT, er habe von MUST die entsprechenden, hoch geheimen Akten angefordert. Auβenminister Carl Bildt äuβerte sich zunächst abwartend. Er habe keine Kenntnis von den Vorfällen, sagte Bildt. Zweifellos sei es aber wichtig, "zu erfahren, welche Informationen die frühere Regierung bekommen hat". Verteidigungsminister Sten Tolgfors forderte, die Mitglieder der damaligen Regierung müssten nun schnellstmöglich berichten, was sie wüssten.

 
(Radio Schweden 04.02.2010)

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